Deutscher Herzbericht 2026 - Störungen des Herzrhythmus nehmen ständig zu
Es ist die stille Volkskrankheit: Herzrhythmusstörungen füllen die Kliniken wie kaum ein anderes Herzleiden. 509.490 Menschen mussten 2024 deswegen stationär behandelt werden – 2023 waren es 493.636. Die Rate stieg von rund 520 auf 532 Einweisungen pro 100.000 Einwohner, seit 2012 um 4,7 Prozent.
29.759 Menschen starben daran. Das zeigt der Deutsche Herzbericht – Update 2026 , den die Deutsche Herzstiftung heute in Berlin vorstellte. Zwar sank die Sterberate leicht von 30,0 auf 29,2 pro 100.000 Einwohner. Doch verglichen mit der Zeit vor Corona liegt sie um 1,1 Prozent höher.
Der Treiber heißt Vorhofflimmern . Vorhofflimmern ist eine Form der Herzrhythmusstörung. Sie ist diejenige Art, die am häufigsten anhält. Über 1,6 Millionen Deutsche sind betroffen, allein 2024 wurden rund 360.800 Patienten deswegen stationär behandelt. Vorhofflimmern und -flattern war 2024 mit 23.184 Todesfällen die achthäufigste Todesursache überhaupt – und machte 77,9 Prozent aller Todesfälle durch Herzrhythmusstörungen aus.
„Je älter wir werden, desto häufiger tritt die Erkrankung auf. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen ist etwa jeder Zehnte davon betroffen. In drei Jahrzehnten dürfte sich die Zahl der Vorhofflimmerpatienten noch verdoppeln“, sagt Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.
Harmlos ist das Stolpern nie. „Das Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung – und die häufigste, die man angehen muss“, sagte Voigtländer der BILD. Einmal, weil sie so unangenehm ist für die Patienten sei. „Und zum anderen, weil Vorhofflimmern zu 30 Prozent der Grund für einen Schlaganfall ist.“
Denn durch das Vorhofflimmern können sich Thromben im Herzen bilden, die dann ins Gehirn abgeschwemmt werden können. Deshalb gehe es meist auch nicht ohne Tabletten: „Die Blutverdünner müssen sein, damit man die Gefahr durch Schlaganfall behandelt.“
Gegen das Flimmern selbst hilft die „Katheter-Ablation“ – ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem der Arzt über ein Blutgefäß bis ins Herz vordringt und genau das Gewebe verödet, das die Fehlreize aussendet. Sie sitzen dort, wo die Lungenvenen in den linken Vorhof münden. Jahrzehntelang ging das nur auf zwei Arten: mit Hitze, Punkt für Punkt, oder später mit Kälte.
Seit wenigen Jahren gibt es eine dritte, völlig andere Methode: die Pulsed Field Ablation (PFA), auch Elektroporation genannt. Sie arbeitet nicht mehr mit Temperatur, sondern mit ultraschnellen elektrischen Stromimpulsen. „Das ist eine Methode, mit der das Innere der Zellen zerstört wird – und damit stirbt die Zelle insgesamt ab und kann diese Fehlaktionen nicht mehr produzieren, die zum Vorhofflimmern führen“, erklärte Voigtländer der BILD.
Der Vorteil für den Patienten: „Mit der PFA geht auch ein etwas geringers Risiko einher“, so Voigtländer. Und der Eingriff gehe viel schneller als vorher.
Die Zahlen spiegeln den Boom: 139.941 Katheter-Ablationen gab es 2024, ein Plus von 12,4 Prozent zum Vorjahr, davon 88.739 wegen Vorhofflimmerns. Warum der Eingriff der Tablette überlegen ist? „Die medikamentöse Behandlung bringt die Nebeneffekte der Medikamente mit sich und ist andererseits auch nicht so effektvoll.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.