In Bulgarien - Deutsche sollen Starlink-Antennen angezündet haben
Sofia (Bulgarien) – Sie kamen als Touristen und sollen noch am selben Abend zugeschlagen haben: Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Starlink-Anlage in Bulgarien ist gegen zwei 19-jährige Deutsche ein europäischer Haftbefehl erlassen worden. Die zwei Männer sollen am 9. Oktober in einer Bergregion südlich von Sofia acht Starlink-Antennen angezündet haben.
Bei einer Verurteilung drohen den beiden Deutschen wegen vorsätzlicher schwerer Brandstiftung Freiheitsstrafen zwischen drei und zwölf Jahren. Laut den Ermittlern reisten die Männer in einem Volkswagen mit deutschem Kennzeichen als Touristen von Serbien nach Bulgarien ein. Noch am selben Abend verließen sie das Land auf demselben Weg wieder. Bei dem Feuer auf dem Starlink-Gelände wurden drei der insgesamt 18 Antennen vollständig zerstört. Fünf weitere wurden teils schwer beschädigt.
Die beiden Männer wurden am 14. Oktober in Abwesenheit angeklagt. Zwei Tage später wurde ein nationaler Haftbefehl gegen sie erlassen. Jetzt folgte ein internationaler Haftbefehl. Doch die Pflichtverteidiger halten dagegen: Auf den Videoaufnahmen seien die maskierten Täter nicht zu erkennen. Das Gericht sieht dennoch genügend Beweise: Zeugenaussagen und Sachbeweise reichten für einen Haftbefehl aus.
In den vergangenen Wochen gab es vermehrt Brandanschläge auf die europäische Starlink-Infrastruktur. Am 23. September brannten Teile einer Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska südlich von Warschau . Starlink ist das Satellitennetz von Elon Musks Unternehmen SpaceX. Die Anlage ist für die Internetverbindungen der Ukraine von großer Bedeutung. Deren Militär nutzt Starlink unter anderem für seine Kommunikation. Eine Spur führt zu den berüchtigten „Daltons“. Der Verdacht: Mitglieder könnten die Sabotage im Auftrag russischer Geheimdienste ausgeführt haben. Ob die Fälle in Polen und Bulgarien miteinander verbunden sind, ist bislang nicht erwiesen.
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