100.000 Arbeiter gegen den Job-Kahlschlag - IG Metall plant Mega-Demo
Alarm in der Autobranche! Die IG Metall hat für den 21. September zum großen Kampftag gerufen. Mindestens 100.000 Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern gehen bei mehr als 200 Aktionen deutschlandweit auf die Barrikaden. Ihr Schlachtruf: „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke.“ Die Botschaft ist unmissverständlich: Stellenabbau? Nicht mit uns!
„Wir erleben momentan einen beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie“, sagte IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner dem „Handelsblatt“. Besonders umstritten: Forderungen nach Abschaffung der 35-Stunden-Woche und des Acht-Stunden-Tags. „Das bringt die Kolleginnen und Kollegen auf die Palme“, so Jens Schäfer, Betriebsratschef vom Automobilzulieferer ZF in Hannover.
Benner betonte, es sei Zeit für einen „Weckruf“ an Arbeitgeber und Politik: Die Beschäftigten hätten durch Zugeständnisse bei Löhnen und Tarifverträgen bereits auf Milliardenbeträge verzichtet. Trotz dieser Opfer werde ihnen vermittelt, dass dies nicht ausreiche, während Unternehmen weiterhin Dividenden ausschütteten und das Management für vergangene Fehler keine Konsequenzen zu tragen habe. Die Gewerkschaft fordert Investitionen in Batterieproduktion, autonomes Fahren und Modernisierung der Produktionsanlagen.
Die Proteste richten sich sowohl gegen die Situation bei großen Automobilherstellern als auch bei Zulieferern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Volkswagen-Werken in Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm liegt, deren Zukunft ungewiss ist. „Wir werden um die Zukunft der vier Werke kämpfen“, kündigte Benner an. In Zwickau ist eine große Kundgebung geplant, Tausende Teilnehmer aus regionalen Betrieben werden erwartet.
Die mehr als 200 Aktionen umfassen betriebsinterne Versammlungen, aktive Mittagspausen, Demonstrationszüge und öffentliche Kundgebungen im Bereich von etwa 80 IG-Metall-Geschäftsstellen.
Die Hersteller zeigen wenig Entgegenkommen. VW lehnte die Lohnforderungen der IG Metall zum Auftakt der Tarifrunde am 25. September offiziell ab – Konzernchef Oliver Blume forderte „deutliche Bewegung" bei den Kosten. Mercedes steht für die umstrittene Forderung nach der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich, BMW kündigte kurz vor dem Aktionstag den Abbau von bis zu 8.000 Stellen weltweit an.
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