Europa-Vergleich - Nur drei Länder bauen weniger als Deutschland
Berlin – Kräftig abgebaut statt kräftig neu gebaut! In Deutschland fehlt es an Wohnungen. Aber: Statt mehr neuer Wohnungen gibt es immer weniger. 2025 wurden nur noch rund 207.000 Wohnungen fertig, 17,9 Prozent weniger als im Vorjahr. So wenig wie seit 2012 nicht mehr. Gerade einmal 2,48 neue Wohnungen kamen 2025 auf 1000 Einwohner. Nur Ungarn (1,26), Spanien (1,64) und Großbritannien (2,08) bauten gemessen an ihrer Bevölkerung noch weniger.
Das zeigt der neue „Property Index“ des Beratungsunternehmens Deloitte. In Frankreich wurden demnach 5,48 Wohnungen je 1000 Einwohner fertiggestellt, in Polen 5,59. Die Türkei kam auf 7,82, Spitzenreiter Albanien schaffte 9,22 Wohnungen. Deutschland baut damit pro Kopf nicht einmal halb so viel wie Frankreich oder Polen. Dabei leiden auch unsere Nachbarn unter höheren Kosten, gestiegenen Zinsen und fehlenden Fachkräften.
Beim Bauen liegt Deutschland hinten, bei den Mietpreisen ganz vorn. In Hamburg stiegen die Mieten binnen eines Jahres um 23,6 Prozent, stärker als in jeder anderen der 69 untersuchten europäischen Städte. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die albanischen Küstenstädte Durrës (+22,4 Prozent) und Vlorë (+20 Prozent). Auf den Plätzen fünf und sechs liegen Frankfurt/Main mit 14,6 Prozent und München mit 11,5 Prozent.
Auch bei den Immobilienpreisen sind deutsche Städte Spitzenreiter. München führt mit 11.200 Euro Kaufpreis pro Quadratmeter das europäische Ranking an, vor Luxemburg-Stadt (10.567 Euro) und Amsterdam (8650 Euro). Mit Hamburg und Frankfurt (je 7700 Euro) sowie Berlin (7500 Euro) landen gleich vier deutsche Städte unter den Top 10.
Entspannung ist nicht in Sicht: Für 2026 erwarten die Experten in 19 von 24 untersuchten Ländern, darunter Deutschland, weiter steigende Mieten. Stabil bleiben sollen die Mieten nur in Dänemark, Ungarn, Polen, Rumänien und Serbien. Sinkende Mieten erwartet kein einziges Land.
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