Explosionen in Hessen: Gewalt als Dienstleistung – was es damit auf sich hat
Gewaltige Explosionen vor Geschäften oder Gastronomiebetrieben werden immer häufiger mit dem Phänomen „Violence as a Service“ in Verbindung gebracht.
Was dahintersteckt.
Die Scheiben sind zerborsten, Schilder hängen schief in den Angeln: Erneut richten in Frankfurt am Main Explosionen vor Geschäften Schaden an.
Der Lärm reißt Anwohner und Anwohnerinnen aus dem Schlaf.
Die Attacken ähneln Taten vom Wochenende und aus den vergangenen Monaten.
Handelt es sich um das Kriminalitätsphänomen „Violence as a Service“, bei dem Täter per Messenger-Dienst angeworben werden? Was bisher dazu bekannt ist: Was ist genau geschehen? Nach einer Häufung vergleichbarer Vorfälle im vergangenen Jahr krachte es am Wochenende und Montagfrüh in Offenbach und Frankfurt am Main.
Betroffen waren diesmal eine Bar, ein Kiosk und ein Mehrfamilienhaus, bei dem die Eingangstür zerstört wurde.
Am frühen Donnerstagmorgen gingen zwei weitere Sprengsätze in Frankfurt hoch, diesmal vor einer Shisha-Bar und einem Bistro.
Die Staatsanwaltschaft sieht „gewichtige Anhaltspunkte“ für einen Zusammenhang mit dem, was die Polizei „Violence as a Service“ (deutsch: „Gewalt als Dienstleistung “) nennt, und Bezüge zur Organisierten Kriminalität.
Auch in Kassel ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft auf Hochtouren in einem möglichen Fall von „Violence as a Service“.
Eine Erpresserbande soll Gastronomen und Geschäftsinhaber mit Brandanschlägen bedroht und diese in zwei Fällen auch in die Tat umgesetzt haben.
Ein 21 Jahre alter Tatverdächtiger befindet sich in Untersuchungshaft.
Was versteht man unter „Violence as a Service“? Das ist eine relativ neue Form der Kriminalität, bei der Gewalt wie eine Dienstleistung angeboten wird.
Kriminelle Netzwerke lagern hierfür die Vorbereitung und Durchführung von Gewalthandlungen gegen einen Lohn an Dritte aus. „Häufig werben sie Minderjährige oder junge Täter an, die dann Drohungen, Angriffe oder Tötungen gegen Bezahlung ausführen“, schreibt dazu das Bundeskriminalamt (BKA).
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