Nahezu unlösbares Dilemma: Wie lange kann sich Merz als Kanzler noch halten?
Zwei schwere Wahlniederlagen setzen Friedrich Merz weiter unter Druck. Der Kanzler hält sich an Durchhalteparolen und an seinem Reformkurs fest. Doch seine politische Autorität hängt zunehmend am Rückhalt der eigenen Partei.
Kanzlerdämmerung oder gar Kanzlersturz? Die beiden Landeswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin waren auch ein indirektes Referendum über die Kanzlerschaft von Friedrich Merz - mit einem für die CDU albtraumhaften Resultat: In Mecklenburg-Vorpommern scheiterten die Christdemokraten sogar an der Fünf-Prozent-Hürde, ein absoluter Tiefpunkt. Im Abwärtssog des Kanzlers musste auch der CDU-Landesverband in Berlin schmerzliche Verluste verkraften. Wie geht es nun weiter?
"Es wird schwer für Bundeskanzler Merz, sich im Amt zu halten, da die schlechten Wahlergebnisse der CDU stark mit der schlechten Evaluierung der Bundesregierung und der Arbeit des Kanzlers zusammenhängen", sagt Politikprofessor Marc Debus von der Universität Mannheim.
Der Parteienforscher sieht Merz in einem nahezu unlösbaren Dilemma: Der Koalitionspartner SPD könnte einen "Drift nach links" vollziehen und die geplanten Sozialreformen verzögern - und auch Teile der CDU könnten sich gegen die unbeliebten Reformen stellen. Debus' Prognose: "Es wird also für Bundeskanzler Merz noch schwerer, seine am Sonntagabend nochmals angekündigten Reformen durchzusetzen in der Regierungskoalition, was seine Position nochmals destabilisieren könnte."
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