Meuterei beim Hofgang - Häftlinge rebellieren wegen Tischtennis-Platte
Tübingen (Baden-Württemberg) – Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Das gilt erst recht, wenn er hinter hohen Mauern und Stacheldraht eingesperrt ist. Dort ist die Langeweile die schlimmste Strafe. Gegen die hilft Sport. Und weil der ausfiel, gab's in einem schwäbischen Gefängnis Bambule.
In der JVA Tübingen ( Baden-Württemberg ) kam es am Montag zur Meuterei. Um 10.30 Uhr weigerten sich rund 20 Häftlinge, nach dem Hofgang in ihre Zellen zurückzukehren. Gutes Zureden des Wachpersonals half nichts, ebensowenig die Androhung von Konsequenzen. Nach drei Stunden Diskussion rief die Anstaltsleitung die Polizei . Ein Dutzend Beamte rückte mit Hunden an, scheuchte die Sträflinge zurück in ihre Zellen. Selbst außerhalb der Gefängnismauern hörte man das Gebell der Hunde und das Gemoser der Häftlinge.
Anlass des Aufstands war nach BILD-Informationen eine fehlende Tischtennis-Platte. Normalerweise die während des Hofgangs aufgebaut. Doch die Wärter trauten am Montag dem Wetter nicht, verzichteten darauf. Beim Streit ums Ping-Pong-Spiel blieb es nicht, die Aufrührer nutzten die Gelegenheit zur Generalabrechnung.
„Ein Gefangener nach dem anderen wollte auf dem Hof diskutieren, was ihm in Tübingen nicht passt“, so JVA-Leiter Matthias Weckerle (55) zu BILD. Unter anderem seien Sanktionen, etwa Einkaufsverbote im JVA-Laden, als zu hart kritisiert worden. Auch fehlende Freizeitmöglichkeiten im Gefängnis seien bemängelt worden. Doch für solche Diskussionen sei der Hof nicht der richtige Ort, so Weckerle.
Tübingen ist eine Außenstelle der JVA Rottenburg, rund 70 Untersuchungshäftlinge warten dort auf ihren Prozess. Laut „Südwest Presse“ wurden die Rädelsführer des Aufstands in die Hauptanstalt verlegt. Die JVA-Leitung prüft nun, ob einzelne Rebellen wegen Gefangenenmeuterei oder Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt werden.
Und mit Tischtennis könnte es vorerst auch vorbei sein. Der Anstalts-Chef kündigt Disziplinarverfahren an. Ein Pingpong-Verbot wäre eine der möglichen Sanktionen.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.