Abzocke in Italien - Jetzt kassieren Restaurants sogar für Musik
Niemand erwartet, dass ein Getränk und ein kleiner Snack in Venedig günstig sind. Doch eine Urlauberin war sprachlos, als ihr sieben Euro für die Hintergrundmusik berechnet wurden. Auf der Rechnung vom Caffè Florian auf dem berühmten Markusplatz standen 34 Euro für zwei Aperol Spritz, 16 Euro für ein Croissant, 15 Euro für einen „Toast Classico“ – plus die zusätzliche Musikgebühr. „Es spielte ein kleines Orchester mit drei Musikern“, erzählte sie der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“.
Venedig empfängt jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Touristen , davon sind etwa 21 Millionen Tagesgäste. Weil das die Stadt an ihre Grenzen bringt, verlangt Venedig inzwischen bis zu 10 Euro Eintritt pro Person. Restaurants und Cafés schlagen ebenso zu. Eine der bekanntesten Zusatzkosten: Pro Person können 2 bis 5 Euro für Gedeck und teilweise Brot verlangt werden.
Musikgebühren sind eher selten, kommen aber auch in anderen Ländern vor. In Brasilien etwa wird der Aufschlag „Couvert artístico“ genannt, kann aber nur bei einer tatsächlichen Live-Darbietung verlangt werden. Bei Tripadvisor berichten Griechenland-Urlauber ebenso davon. So wurden einem Touristen in einem Athener Restaurant 3 Euro pro Person zusätzlich berechnet. Auf der Insel Skopelos musste ein Gast 8 Euro extra für die Live-Musik bezahlen. Wer nicht bereit ist, für Begleitmusik zu zahlen, sollte am besten vor dem Bestellen nachfragen, ob die Untermalung inklusive ist.
Was zusätzliche Aufschläge angeht, werden Restaurants aber generell immer einfallsreicher. Auch hierfür müssen Gäste in einigen Lokalen zahlen:
In Italien bestellte ein Urlauber eine Pizza und hatte lediglich einen kleinen Extrawunsch: etwas Pfeffer. Was in vielen Restaurants selbstverständlich auf dem Tisch steht oder kostenlos gebracht wird, kostete in diesem Fall 50 Cent extra.
Noch kurioser wird es in Österreich. Dort kassierte ein Restaurant laut der österreichischen Zeitung „Heute“ 1,90 Euro für das Vorschneiden einer Pizza. Die Trattoria rechtfertigte die Gebühr gegenüber der Zeitung mit zusätzlichen Kosten für Service und Personal. Diese Mehrkosten gebe man an die Gäste weiter.
Ein thailändisches Restaurant in Zürich bietet neben asiatischer Küche einen Blick auf den Zürichsee. Wer diesen an einem Tisch direkt am Fenster genießen möchte, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen: 10 Franken (ca. 10,60 Euro) kostet der Fensterplatz, berichtet der Schweizer „Blick“.
Teuer wird es auch im schweizerischen Luzern, wenn Gäste ihr Dessert nicht alleine essen wollen. Dort verlangte ein Restaurant 10 Franken (ca. 10,60 Euro) für einen zusätzlichen Löffel.
Die Pizza-Gebühr gibt es auch in der Schweiz – allerdings in anderer Form. Eine Trattoria verlangte drei Franken (ca. 3,18 Euro) extra, wenn sich zwei Personen eine Pizza teilen wollten. Wer also nicht jeweils eine eigene Pizza bestellen wollte, musste für das Teilen draufzahlen.
Ein Sushi-Restaurant in Ibiza-Stadt hatte eine besonders kuriose Idee. Drei Spanierinnen ließen ihre Handtaschen an einen Haken hängen – und sollten dafür bezahlen: vier Euro pro Tasche! Auf der Rechnung tauchte die Position „gancho bolsa“ auf, zu Deutsch: „Taschenhaken“.
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