Niedrigwasser: Neue Kiesbänke, alte Bomben - Niedrigwasser verändert Rhein
Fähren und Frachtschiffe werden ausgebremst.
Neue Kiesbänke locken Ausflügler an.
Die Wasserschutzpolizei befürchtet gefährliche Funde.
Welche Folgen das extreme Rhein-Niedrigwasser hat.
Heinz-Dieter Kimpel steht in Kaub am Mittelrhein - und in einer langen Tradition: „Mein Großvater und mein Vater waren schon Binnenschiffer, ich selber bin 25 Jahre lang die Fähre hier gefahren und jetzt macht es mein Sohn.“ Doch so ein extremes Niedrigwasser infolge von Trockenheit habe noch niemand in der Familie erlebt. „Das hätte ich mir nicht vorstellen können“, sagt Kimpel, 83 Jahre alt.
Wie erleben Fährleute, Anwohner, Niedrigwassertouristen, Camper und Wasserschutzpolizisten die gefallenen Rekord-Pegelstände einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt? Fährleute Kimpels Sohn Andre (57) steht auf der Kauber Autofähre im Welterbe Oberes Mittelrheintal mit Blick auf die Höhenburg Gutenfels und die Inselburg Pfalzgrafenstein.
Noch nie seit Beginn der Messungen ist der Wasserspiegel hier so tief gefallen.
Der für die Schifffahrt wichtige Pegel Kaub hat das rheinland-pfälzische Städtchen in die internationalen Schlagzeilen gehievt.
Der Wasserstand ist hier so tief gesunken, dass auf der digitalen Anzeige am historischen Pegelhäuschen keine Ziffern mehr auftauchen.
Andre Kimpels Fähre hängt am Ufer fest, am 10.
August war Feierabend: „Da habe ich den Betrieb eingestellt.“ Zu wenig Wasser, zu viel Risiko.
Er wolle nicht mit seinen beiden Schiffsschrauben auf Grund aufsetzen und sie beschädigen. „Der Antrieb kostet 25.000 Euro“, sagt Kimpel junior. Über die Reling deutet er nach unten im Rhein : „Da können Sie schon den Fußboden sehen.“ Gewöhnlich sei Niedrigwasser erst im Herbst am ausgeprägtesten.
Es könnte also noch schlimmer werden, trotz des vorhergesagten Regens in der neuen Woche. „Außerdem sanieren wir im Oktober, November unsere Rampe am anderen Rheinufer“, erklärt der 57-Jährige.
Dann müsse seine Fähre weitere vier Wochen ruhen - noch mehr Umsatzverlust und noch längere Umwege für Berufspendler über den Strom.
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