Prozess: Anklage beschreibt jahrelange Gewalt in Behindertenheim
Über Jahre soll es in einem Behindertenheim in NRW zu gewaltsamen Übergriffen auf Bewohner gekommen sein.
Den Ermittlungen zufolge hatten die Taten System.
Die Anklage listet Hunderte Vorfälle auf.
Im Prozess um systematische Übergriffe auf Menschen mit Behinderung in einem Wohnheim in Ostwestfalen hat die Staatsanwaltschaft mehrere Stunden lang die Vorgänge in der Einrichtung beschrieben.
Es geht um Hunderte Situationen, in denen das Pflegepersonal Bewohner eingeschüchtert, eingesperrt oder gefesselt haben soll.
Drei ehemalige leitende Mitarbeiter und ein Arzt sind am Landgericht Bielefeld angeklagt, weil sie die Taten jahrelang angeordnet haben sollen.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Freiheitsberaubung in fast 200 Fällen vor.
Im Zentrum der Anklage steht ein sogenannter Time-Out-Raum - ein kahles Zimmer völlig ohne Einrichtungsgegenstände in dem Wohnheim in Bad Oeynhausen.
Dort sollen fast täglich Bewohner eingesperrt und teilweise über viele Stunden fixiert worden sein.
Bewohner hatten hohes Aggressionspotenzial Die Bedingungen in dem Wohnbereich müssen nach den Schilderungen der Staatsanwaltschaft extrem schwierig gewesen sein.
In dem heilpädagogischen Intensivbereich wurden Menschen betreut, die ein hohes Aggressionspotenzial gegen sich selbst und ihre Betreuer hatten.
Die Staatsanwaltschaft listet Hunderte Situationen auf, in denen Bewohner die Mitarbeiter angegriffen oder sich selbst verletzt haben.
Fast täglich kam es zu solchen Zwischenfällen.
Doch in solchen Situationen soll das Pflegepersonal auf Anweisung der Chefs unrechtmäßig hart durchgegriffen haben.
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