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Terrorismusverdacht: Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall der "Com"-Gruppen

Tagesschau (ARD) ·
Terrorismusverdacht: Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall der "Com"-Gruppen

Exklusiv Terrorismusverdacht Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall der "Com"-Gruppen Stand: 20.08.2026 • 08:45 Uhr

Sicherheitsbehörden warnen vor Online-Netzwerken, in denen junge Täter Chatpartner zu Straftaten anstiften. Nach SWR-Informationen ermittelt nun in einem Fall die Bundesanwaltschaft: unter anderem wegen Terrorismus-Vorwürfen.

Anfang Januar beherrschen Meldungen über mysteriöse Autobrände die Lokalnachrichten in der US-amerikanischen Stadt Fort Worth im Bundesstaat Texas. Wenig später droht ein junger Mann in einem Video mit Anschlägen gegen Schulen. Er trägt eine Tarnfleckhose und eine gelbe Maske mit der Aufschrift "Please stop me" (auf Deutsch: Bitte halte mich auf).

In der Hand hält er eine Waffe oder eine entsprechende Attrappe. Mit verzerrter Stimme sagt er: "Wir werden viele Kinder töten. Nach einer Explosion werden wir sofort mit dem Schießen anfangen."

Als die Polizei von Fort Worth am 9. Januar einen 17-Jährigen aus der Gegend festnimmt, hat sie schnell einen Verdacht: Der junge Mann soll für die Taten verantwortlich sein. Und diese waren offenbar alles andere als dumme Jugendstreiche.

Der 17-Jährige soll Mitglied einer virtuellen Gruppe sein, die eine "nihilistisch nationalsozialistische" Ideologie verfolge. Es gehe um Neonazismus und Satanismus. Das Ziel sei "extreme Gewalt", um die westliche Gesellschaft zum Einsturz zu bringen. So steht es im Haftbefehl, den lokale Fernsehsender veröffentlichten. Eine Anfrage zu dem Fall ließen die Behörden in Fort Worth unbeantwortet.

Nach SWR -Informationen führt eine Spur in diesem Fall jetzt nach Deutschland, ins Umland von Trier. Dort wurde im März ein heute 19-Jähriger festgenommen, der den Sicherheitsbehörden zuvor offenbar völlig unbekannt gewesen war. Er steht im Verdacht, andere Jugendliche zu Straftaten aufgefordert zu haben - auch im Fall der Brandstiftungen in Texas. Über international vernetzte Chats sollen sie in Kontakt gestanden haben.

Der Fall lässt sich wohl der Szene sogenannten Com-Netzwerke zuordnen. Das sind Online-Chatgruppen, in denen sich häufig sehr junge Menschen gegenseitig zu Straftaten anstacheln. Dem Mann aus Trier attestieren Ermittler eine führende Rolle.

Hinter dem Selbstmord eines 13-Jährigen steckt mutmaßlich unter anderem "White Tiger", ein junger Mann aus Hamburg. mehr

Nach SWR -Informationen gibt es womöglich auch Bezüge zu einem Gewaltverbrechen in Russland. Dort tötete im Dezember ein 15-Jähriger mutmaßlich einen zehnjährigen Mitschüler mit einem Messer. Laut Ermittlern könnte die Tat aus einem Online-Netzwerk heraus angestiftet worden sein, in dem der jetzt beschuldigte Mann aus dem Raum Trier eine entscheidende Rolle gespielt haben soll. Er soll auch ein Video der in Russland begangenen Tat verbreitet haben.

Zudem soll der Mann aus dem Raum Trier eine junge Frau dazu gebracht haben, sich selbst zu verletzen und sich seinen User-Namen in die Haut einzuritzen: "Stalk", so nannte sich der Beschuldigte offenbar im Netz.

Insbesondere solche Anleitungen zur Selbstverletzung seien typisch für Com-Netzwerke, sagt Felix Neumann. Er ist Referent bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und beschäftigt sich intensiv mit der Szene.

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