Gao Zhen: Muss in China ins Gefängnis für satirische Mao-Skulpturen
Ein Gericht in China hat Berichten zufolge den chinesischen Künstler Gao Zhen, der für provokative Skulpturen des Revolutionsführers Mao Zedong bekannt ist, zu drei Jahren Haft verurteilt – der Höchststrafe für den Tatbestand. Das berichteten die »New York Times« unter Berufung auf Gaos Ehefrau und chinesische Menschenrechtler.
Das Gericht in der Stadt Sanhe in der nordchinesischen Provinz Hebei verurteilte den 70-Jährigen laut dem chinesischen Menschenrechtsnetzwerk , weil er die Ehre von Helden und Märtyrern verletzt haben soll. Gao Zhen und sein jüngerer Bruder Gao Qiang, auch als »Gao-Brüder« bezeichnet, wurden in den Nullerjahren dafür bekannt, in China sensible Themen wie die Kulturrevolution oder das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens in Peking 1989 provokativ in ihrer Kunst aufzugreifen.
So zeigt die Bronzestatue »Maos Schuld« den 1976 verstorbenen Staatslenker reumütig kniend. Das Werk aus dem Jahr 2009 war laut Gaos Ehefrau eines von drei Beweismitteln im Prozess, wie die »New York Times« berichtete. Weitere vorgebrachte Skulpturen unter dem Titel »Miss Mao« zeigten den »großen Vorsitzenden« mit einer Pinocchio-Nase und Brüsten.
Vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass Gao, der eigentlich in New York lebte, während eines Familienbesuchs in Peking festgenommen wurde. Seine Frau und sein Sohn, der US-Bürger ist, konnten seitdem nicht ausreisen. Im März wurde ihm hinter verschlossenen Türen der Prozess gemacht. Seiner Frau zufolge hatte er sich nicht schuldig bekannt. Mit den bereits zwei abgesessenen Jahren in Untersuchungshaft würde Gao rechnerisch im kommenden Jahr frei kommen.
Amnesty International kritisierte den Prozess. Sarah Brooks von der Menschenrechtsorganisation sagte, er zeige, wie weit gefasste und politisch motivierte Gesetze genutzt würden, um Künstler, Aktivisten und andere Personen zum Schweigen zu bringen, die es wagten, Ansichten zu äußern, die von denen der chinesischen Regierung abwichen.
Brooks verwies auf die rückwirkende Anwendung der Norm, die erst 2018 in Kraft trat – also viele Jahre nach Entstehung der Mao-Skulpturen. In der Vergangenheit wurde das Gesetz bereits herangezogen, um Personen strafrechtlich zu verfolgen, denen vorgeworfen wurde, im Dienst ums Leben gekommene Angehörige der Streitkräfte oder historische Persönlichkeiten beleidigt zu haben.
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