Berufungscoaching: Hat jeder Mensch eine Bestimmung?
Manche Menschen malen Kreise, um ihre Bestimmung zu finden, und sie bezahlen viel Geld dafür. Zum sogenannten Berufungscoaching gehört oft das Ikigai-Diagramm. Es besteht aus vier Kreisen – was du liebst, was du kannst, was die Welt braucht, wofür man dich bezahlt. Wo sich alle vier überschneiden, liegt deine Bestimmung. Gefunden dank angeblich uralter japanischer Weisheit.
Entwickelt hat die Methode mit den vier Kreisen allerdings ein spanischer Astrologe, Andrés Zuzunaga. In der Mitte seines Diagramms stand ursprünglich das Wort »Zweck«. 2014 ersetzte der britische Blogger Marc Winn das Wort durch »Ikigai« – mehr habe er nicht beigetragen, räumte er später ein. Sein Diagramm verbreitete sich dennoch massenhaft im Internet und wird heute in vielen Coaching-Seminaren verwendet. Was Ikigai tatsächlich bedeutet , hat die japanische Psychiaterin Mieko Kamiya in den 1960er-Jahren beschrieben: ein Gefühl für das, was das Leben lebenswert macht. Und das finde man oft in kleinen Dingen – im Morgentee, im Garten. Mit Bezahlung hat es nichts zu tun.
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