Mick Jagger: Erstaunlich einfallsreich
„Fünf junge Männer, die die Haare länger tragen als Mädchen und eine erbärmlich einfallslose primitive Musik zum besten geben“: Ja, so klang sie, die F.A.Z. vom 14. September 1965. Mick Jagger, Keith Richards, Brian Jones, Bill Wyman und Charlie Watts hatten als Rolling Stones drei Tage zuvor in Münster in Westfalen zwischen Hysterie (Fans) und Fassungslosigkeit (Feuilleton) gespielt: das erste Stones-Konzert in Deutschland.
Wieso dieses Dokument zeitgenössischer bürgerlicher Abscheu 61 Jahre später im Sportteil landet? Weil einer der fünf, Mick Jagger, vor ein paar Wochen 83 Jahre alt geworden, seit Jahrzehnten beweist, dass er kann, was sonst keiner kann. Es geht um Fußball, nicht Musik.
Zum Beispiel 1985. Jagger wurde in einem Interview nach seiner Lieblingsmannschaft gefragt. Seine Antwort: „Arsenal und Spurs.“ Fan von Arsenal und Tottenham? Das ist ein Kunststück, beinahe größer als das musikalische Werk. Anders gesagt: In Münster ist ja auch keiner Fan von Schalke und Dortmund.
Aber Jagger trägt schwer am Fußball: Besser als beim Sieg der Engländer 1966 war es nie wieder, sagte er jüngst während der WM. Dort war er unfreiwillig zum Frontmann der englischen Enttäuschung geworden. Im Halbfinale kurz vor Schluss eingeblendet, lag in seinem Kopfschütteln aus der Loge mehr Dynamik als in den Bewegungen der englischen Angreifer. Ihr Spiel war, pardon, erbärmlich einfallslos.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört Frankfurter Allgemeine Zeitung.