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Immer mehr Produktrückrufe bei Lebensmitteln

Tagesschau (ARD) ·
Immer mehr Produktrückrufe bei Lebensmitteln

Lebensmittelsicherheit Fast täglich ein Produktrückruf Stand: 21.09.2026 • 06:45 Uhr

Immer mehr Lebensmittel werden vorsorglich aus dem Handel genommen, doch die Rückrufe erreichen nicht alle Verbraucher. Hinzu kommt: Es gibt nicht genug Kontrollen.

Müsli, Käse, Tiefkühlbeeren oder Salami: Das sind nur einige Produkte, von denen in den vergangenen Monaten bestimmte Chargen aus dem Handel zurückgerufen wurden, da sie eine potenzielle Gefahr für Verbraucher sein können. Am häufigsten waren Belastungen mit Krankheitserregern wie Salmonellen, Noro- und Hepatitis-A-Viren oder E.-Coli-Bakterien.

Aber auch Fremdkörper gelangen in der Produktion immer wieder in Produkte. Vergangenes Jahr waren laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 291 Lebensmittelprodukte von einem Rückruf betroffen, im Schnitt mehr als fünf in jeder Woche.

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Doch wie erfahren Kundinnen und Kunden davon? Bei Produktrückrufen kann mangelnde Kommunikation zum Problem werden. Wie genau und auf welchen Wegen Unternehmen über einen Rückruf informieren, bleibe ihnen selbst überlassen, so Christiane Seidel vom Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv): "Unternehmen sind lediglich angehalten, Verbraucher verständlich und transparent zu informieren. Wie das genau aussieht, das interpretiert jedes Unternehmen ganz unterschiedlich."

Pestizide im Gewürz, Metallteile im Babybrei oder Krankheitserreger im Fleisch: Gründe für eine Rückrufaktion. mehr

Trotz Rückrufs können potenziell gefährliche Produkte in den Handel gelangen. So wird bei Recherchen des SWR in einem Supermarkt ein Müsli entdeckt, das gar nicht mehr im Verkauf sein dürfte, da in bestimmten Chargen Plastikteile gefunden wurden.

Zwar hängt im Verkaufsregal ein Hinweis auf einen Produktrückruf, allerdings sind dort nicht alle betroffenen Chargen angegeben. Auf Hinweis entfernen die Mitarbeitenden das Produkt sofort: Es sei ein Fehler beim Einräumen passiert.

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Nicht immer werden Produktrückrufe sofort öffentlich. So geraten Anfang des Jahres zwei große Hersteller wegen einer Rückrufaktion in die Kritik. Nestlé und Danone riefen damals Babynahrung zurück. Mehrere Produkte könnten mit dem bakteriellen Gift Cereulid belastet sein. Die betroffenen Chargen wurden zwar europaweit vom Markt und aus dem Handel genommen, zunächst allerdings nur in einem sogenannten stillen Rückruf. Erst Wochen später wurde auch öffentlich zurückgerufen.

Chris Methmann, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, kritisiert ein solches Vorgehen: "Ich prangere überhaupt nicht an, dass auch mal Sachen schiefgehen. Natürlich passieren Fehler. Was ich nicht akzeptieren kann, ist, dass die Öffentlichkeit darüber nicht informiert wird."

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Ob die Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkommen, überprüfen in Deutschland die amtlichen Lebensmittelkontrolleure.

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