Wegen Undav - Hoeneß mit Klartext-Interview
Sinsheim – So deutlich hört man Stuttgarts Erfolgscoach Sebastian Hoeneß (44) selten am Mikrofon. Nach der bitteren 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim am Samstag war der Trainer zum Interview bei Sky. Im Laufe des Gesprächs stieß Hoeneß vor allem ein Thema auf: die Diskussionen um Deniz Undav (30).
Stürmer Undav ist in dieser Saison bislang noch ohne Tor. Vergangene Woche machte er in der Champions League gegen Viking FK ein gutes Spiel, legte zwei Treffer auf. In Hoffenheim startete der Angreifer aber nur von der Bank. Sieben Minuten nach seiner Einwechslung hätte er in der 72. Minute den 2:2-Ausgleich erzielen müssen. Statt frei vor dem Tor zu schießen, legte er den Ball aber ins Nichts quer.
Sky nach dem Spiel zu Hoeneß: „Über die Chance von Undav könnte aufgrund der aktuellen Lage diskutiert werden.“ Hoeneß grätschte dazwischen, entgegnete energisch: „Jetzt muss ich mal fragen: Was ist denn die aktuelle Lage? Ich kann das nicht nachvollziehen. Das Thema kommt auf, weil es jetzt angesprochen wird.“
Auf die Frage, ob Undav hätte selbst abschließen müssen, sagte Hoeneß: „Das ist ja offensichtlich. Das wird Deniz auch wissen. Er hat häufig in diesen Situationen den Blick für den Mitspieler. Hier war das nicht die richtige Entscheidung.“ Dann griff Hoeneß erneut die „Diskussionen“ um Undav auf und verteidigte seinen Torjäger: „Ich gehe da nicht mit. Entschuldigung, dass ich Ihnen da ins Wort gefallen bin. Indem man das so anfängt, wird das zum Thema. Er hat in der Champions League am Mittwoch ein gutes Spiel mit zwei Vorlagen gemacht, hat im DFB-Pokal zwei Vorlagen gemacht. Dieses Spiel wollen wir nicht mitmachen. Deniz hat eine große Chance vergeben, aber andere Spieler auch. Wir als Mannschaft waren nicht effizient genug.“
Vor Anpfiff überraschte Hoeneß viele mit seiner Entscheidung, Undav nicht starten zu lassen. Sportboss Fabian Wohlgemuth (47) erklärt: „Ja, tatsächlich, Deniz hat nicht begonnen, aber das taugt nicht zur Staatsaffäre. Wir versuchen, wie in jedem Jahr, die Belastungen gut zu verteilen. Unsere Englischen Wochen haben begonnen. Deniz hat am vergangenen Mittwoch durchgespielt und wurde heute, übrigens auch neben anderen Spielern, etwas herunterreguliert. Also kein Aufreger, sondern ganz normales Business.“ Gegen Dortmund beim Topspiel am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) dürfte der DFB-Star dann wieder in der Startelf stehen.
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