US-Open-Auftakt bis 2 Uhr nachts - Zverev übersteht 5-Stunden-Schlacht!
Bekommt er diesen Gegner zugelost, freut sich Alexander Zverev (29) schon vor dem ersten Aufschlag! Gegen Lorenzo Sonego (31) gewinnt der Hamburger in der 1. Runde der US Open 6:4, 3:6, 6:7, 7:5, 6:4. Es ist der siebte Erfolg im siebten Aufeinandertreffen mit dem Italiener. Nur gegen wenige andere Spieler hat der French-Open-Champion eine bessere Bilanz. Damit trifft die Nummer 2 der Welt am Donnerstag auf den Franzosen Quentin Halys (29). Auch gegen die Nummer 52 ist der Olympiasieger von 2021 Favorit. Seine Bilanz hier ist ebenfalls makellos: 2:0.
„Aber es ist ein verdammt hartes Stück Arbeit. Zverev: „Ich bin einfach nur glücklich, gewinnen zu haben. Es war eine unglaubliche Schlacht. Fünf Stunden, das war wohl das längste Erstrunden-Match, das ich je gespielt habe. Aber Lorenzo hat auch unglaublich gespielt. Das ist das Match, das ich gebraucht habe, nachdem ich die letzten Turniere Probleme hatte“, so Zverev.
Diese Zeiten der Qual in den ersten Runden eines Grand-Slam-Turniers glaubte man dabei überwunden zu haben. Denkste! Gegen Sonego steht Zverevs Erfolg lange auf der Kippe. Der zweimalige Weltmeister tut sich schwer, aber die Nummer 89 der Welt ist letztlich hauchdünn unterlegen. Vor den Augen von Heidi Klums Ex Seal (63) reicht Zverev ein Break, um den ersten Satz 6:4 zu gewinnen. Pflicht getan, die gut 15.000 Zuschauer im immer leerer werdenden Arthur Ashe Stadium nehmen es zur Kenntnis.
Es gibt nur eine Schrecksekunde, als Zverev stolpert, hinfällt und auf dem Rücken liegenbleibt. Sonego springt schnell übers Netz, aber es ist sofort klar, dass nichts passiert ist. Also hilft er seinem Kontrahenten auf. Die Besucher applaudieren. Dass dieses Bild symbolisch für den zweiten und dritten Durchgang sein würde, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand.
Den großen Glanz lässt Zverev da nämlich vermissen und kassiert sogar das Break zum 3:5, das er nicht mehr kontern kann – 3:6. Die Vorstellung, zeitig im Hotel zu sein, ist damit dahin. Das Publikum dagegen freut’s: mehr Tennis fürs Geld. Zverev scheint in diesem Satz körperliche Probleme zu haben, bewegt sich schlecht, scheint irgendwie angeschlagen.
Auch im dritten Durchgang dasselbe Bild. Es läuft wenig zusammen und Sonego kann sich ein Break holen. Das Zittern bei Zverev wird immer größer, ehe er sich plötzlich fängt und sich in den Tiebreak rettet. Da hat er sogar einen Satzball, den er jedoch nicht nutzt. Viel schlimmer: Mit einem Doppelfehler beendet er gegen den famos aufspielenden Italiener den Satz zum 6:7. Nun wird es eng.
Dabei hätte Zverev auch im vierten Satz noch die Wende schaffen können, nachdem er das Break zum 3:2 geschafft hat. Doch er verliert es umgehend wieder. Nächste Chance: Breakbälle beim 4:4, diese bleiben ungenutzt. Das Match ist nun völlig wild. Zverev ist schließlich konsequenter und nutzt einen Breakball zum 6:5, ehe er den Satz 7:5 nach Hause fährt. Danach ruft Sonego den Physiotherapeuten, nimmt eine medizinische Auszeit und lässt sich an der Schlaghand behandeln, Zverev geht aufs Klo.
Zu diesem Zeitpunkt hat Zverev erst vier von 20 Breakbällen genutzt, sein Kontrahent drei von vier. Das nennt man Effektivität.
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