Gaspreis: Verivox rechnet durch Iran-Krieg mit bis zu 20 Prozent höheren Kosten
Das Vergleichsportal Verivox warnt wegen des Irankriegs vor einem weiteren deutlichen Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. »Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten wir einen Anstieg«, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck der » Rheinischen Post «.
Die Neukundenpreise für Gas würden die Großhandelspreise besonders schnell abbilden und seien seit Februar um über ein Drittel angestiegen, sagte Storck. »Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.«
Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagte der Zeitung, Deutschland sei »besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt«. Zudem seien Deutschland und die EU »nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen«.
Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen. Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen das auch an der Tankstelle zu spüren. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde , stimmte die Menschen im Euroraum diese Woche auch erst mal auf eine weitere Teuerung ein. »In unseren aktuellen Prognosen steigt die Inflation bis Ende '26 weiter. Sie wird also schlimmer, bevor sie besser wird, aber sie wird besser«, sagte Lagarde dem ZDF.
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