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Nach 32 Jahren - Sachsen hat wieder einen Bundesliga-Schiedsrichter

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Nach 32 Jahren - Sachsen hat wieder einen Bundesliga-Schiedsrichter

32 Jahre hat es gedauert! Jetzt hat Sachsen wieder einen Bundesliga-Schiedsrichter. Am Samstag gibt Richard Hempel (28) von der SG Großnaundorf im Landkreis Bautzen seine Premiere in der 1. Liga. Das DFB-Juwel darf zur typischen Anstoßzeit um 15.30 Uhr die Begegnung SC Freiburg gegen Gladbach pfeifen.

Kurios: Der letzte sächsische Bundesliga-Referee Wieland Ziller (73) stammte aus Laußnitz, also quasi einem Nachbarort von Hempels Heimatdorf Großnaundorf. Etwa sieben Kilometer liegen dazwischen. Die Welt der sächsischen Erstliga-Unparteiischen ist bislang klein.

Hempel hatte vor knapp vier Jahren in einem BILD-Interview genau dieses Ziel angekündigt. Jetzt freut er sich riesig: „Ich habe Ultra-Bock auf diese Liga – und meinen Traum zu leben.“

68.000 Euro Grundgehalt pro Jahr bekommt ein Schiedsrichter für seine Unabhängigkeit in der 1. Liga garantiert. Hinzu kommen 6.000 Euro pro Spiel. Aber das ist keinesfalls geschenkt, sondern hart verdient.

Von heute auf morgen erreicht das keiner. Mit acht Jahren pfiff er erste Partien bei Jugendturnieren, mit zwölf startete er offiziell mit einer Ausnahmegenehmigung im Liga-Betrieb. Hempel bringt mit seiner Körpergröße von 1,99 Meter eine gute Übersicht mit. Der ausgebildete Sozialarbeiter begleitet hauptberuflich in der Familienhilfe in Dresden Eltern und Kinder in der Erziehung.

Dieses Feingespür in der Kommunikation ist auch seine Stärke auf dem Platz. Trotzdem gab er zuletzt in der „DNN“ zu: „Ich weiß, dass das Laufen eine meiner Baustellen ist. Es gibt immer ein paar Dinge, an denen man arbeiten muss. Bei mir ist das definitiv ein Punkt. Da habe ich auch das Training umgestellt.“

Mit acht bis zehn Kilometern pro Spiel ist sein Aktionsradius noch ausbaufähig. Genau darauf kommt es für ihn vielleicht an, um als jünger Erstliga-Schiri irgendwann sogar für internationale Einsätze infrage zu kommen. Hempel: „In der Vorbereitung nach dem Aufstieg hat sich schon etwas verändert. Weil es in der Bundesliga nochmal schneller zugeht, mehr Kameras und speziellere Taktiken gibt.“

Dafür bleiben seine Rituale gleich. In der Kabine läuft vorher Musik, seine Assistenten dürfen die Liederauswahl natürlich mitbestimmen. So fährt er runter. „Ich bin stolz, wenn ich nach den Spielen kein Thema bin“, sagt er. Davor darf er es aber sein – zu Recht nach 32 Jahren ohne sächsische Referees in der Bundesliga, die jetzt zu Ende sind.

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