Adresse mit Strahlkraft: Warum Kölns Transfer-Meisterstück ein Risiko birgt
Das Publikum des Hamburger SV hat gute Gründe, sich auf den Gast zu freuen, der am Samstagnachmittag im Volkspark empfangen wird (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga , bei Sky und DAZN). Wenn der 1. FC Köln spielt, ist meist viel los in den Strafräumen, zwölf Tore sind in den drei absolvierten Bundesligapartien mit Beteiligung der Rheinländer bisher gefallen.
Das ist einerseits schön für die bislang noch torlosen Hamburger, weil sie eine gute Chance auf ihren ersten Saisontreffer haben. Und zugleich bedrohlich, weil im Angriff der Kölner kaum kontrollierbare Gefahren lauern. Gefahren, die normalerweise nicht von einem Klub ausgehen, der im zweiten Jahr nach einem Aufstieg weiterhin darum kämpft, sich in der Bundesliga zu etablieren, und eher in der unteren Tabellenhälfte angesiedelt sein dürfte.
Der Nationalspieler Said El Mala kommt über den linken Flügel, in der Mitte spielt der 26 Jahre alte Niederländer Thijs Dallinga, dem Champions-League-Qualität nachgesagt wird und der in drei Pflichtspielen für den FC schon zweimal getroffen hat. Drumherum dribbelt das englische Offensivtalent Mikey Moore, von dem es im Klub heißt, er sei eigentlich viel zu stark für den FC.
Bei dem Leihspieler von Tottenham Hotspur handele es sich um eine „ungewöhnliche Personalie“, sagt der Sportchef Thomas Kessler. Moore wird ein Jahr lang für Köln stürmen und dann gereift zurück in die Premier League gehen. Eine Kaufoption war bei diesem Spieler nicht drin für die Kölner, erklärt Kessler: „Ohne dieses Zugeständnis gegenüber Tottenham hätten wir keinen Zugriff auf einen Spieler seiner Qualität bekommen.“
Aber jetzt ist Moore eben da, genau wie Ragnar Ache, der im Vorjahr viel zum Verbleib des Klubs in der Bundesliga beitrug. Marius Bülter, Linton Maina sowie Luca Waldschmidt hoffen ebenfalls auf Einsatzzeiten, und mit Reigan Heskey haben die Kölner ein weiteres Großtalent in der Hinterhand, das von Manchester City kam.
Kesslers Stolz ist nicht zu überhören. „Mit Mikey Moore, Reigan Heskey und Jahmai Simpson-Pusey haben wir erstmals gleichzeitig einen englischen U19-, U20- und U21-Nationalspieler bei uns“, sagt der Sportchef. „Dass der 1. FC Köln solche jungen Spieler aus einer der stärksten Ligen der Welt für sich gewinnen kann, ist für uns ein starkes Signal. Es zeigt, dass wir auch für internationale Toptalente wieder eine interessante Adresse sein können.“
Als Akteur auf dem Transfermarkt hat der 1. FC Köln sich tatsächlich neu erfunden, seit Kessler das Amt des Sportchefs im Frühjahr 2025 von Christian Keller übernommen hat. Es ist Glamour im Überfluss vorhanden, die Wucht im Angriff macht diese Mannschaft interessant und attraktiv.
Im Kontrast leuchtet die Planung des Defensivsegments im Kader jedoch deutlich weniger hell. Auf der Innenverteidigerposition setzt Trainer René Wagner neben Simpson-Pusey vorerst auf den vom 1. FC Nürnberg erworbenen Luka Lotschoschwili, der kämpft und ackert, der aber noch Mühe mit dem höheren Niveau der Bundesliga hat.
Ähnliches gilt für Gideon Mensah (kam aus Auxerre).
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