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Gesundheit

Heißes Wasser am Morgen: Experte zu Social-Media-Hype

Focus Online Gesundheit ·
Heißes Wasser am Morgen: Experte zu Social-Media-Hype

Sie kennen das Spiel: Kaum haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, dass man Selleriesaft für die ewige Jugend literweise in sich hineinschütten muss, jagt die nächste „Wunderwaffe“ durch die Timelines von TikTok und Instagram. Ein Trend im digitalen Wanderzirkus der Selbstoptimierung lautet: Heißes Wasser.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Schlichtes, erhitztes H₂O. Direkt nach dem Aufstehen genossen, soll es laut Influencer-Riege die Haut zum Strahlen bringen, die Pfunde schmelzen lassen und die Verdauung in einen Raketenantrieb verwandeln. Doch bevor Sie jetzt den Wasserkocher zum neuen Altar Ihrer Gesundheit erklären, atmen wir einmal tief durch und schalten den gesunden Menschenverstand ein.

Uwe Knop ist evidenzbasierter Ernährungswissenschaftler, der fundierte Orientierung für selbstbestimmte Ernährungsentscheidungen bietet. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle .

Es ist faszinierend: Wir leben in einer Zeit, in der das Einfachste zum Mysterium erhoben wird. Heißes Wasser zu trinken, hat eine lange Tradition, etwa im Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Das ist völlig legitim – als Teil eines kulturellen Wohlfühlrituals. Doch die "Beweise", die in 15-sekündigen Clips präsentiert werden, halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand.

Fakt ist: Es gibt keine klinischen Studien, die belegen, dass heißes Wasser medizinische Wunder verbringt, die kaltes oder lauwarmes Wasser nicht auch vollbringen würde. Wasser hydriert. Punkt. Ob die Moleküle dabei nun wild hin- und herschwingen (heiß) oder eher gemütlich beieinanderliegen (kalt), ist Ihrem Magen-Darm-Trakt nach der Passage durch Speiseröhre und Mageneingang ziemlich egal. Dort wird nämlich alles recht schnell auf Körpertemperatur gebracht.

Besonders beliebt ist das Argument, heißes Wasser würde den Stoffwechsel ankurbeln. Die Theorie: Der Körper müsse Energie aufwenden. Hier liegt ein Denkfehler vor.

Aber wir reden hier ohnehin von thermischen Effekten, die im Bereich eines halben Gummibärchens liegen. Wer abnehmen will, wird das nicht durch die Temperatur seines Getränks erreichen, sondern durch eine Bilanz, die sich im echten Leben abspielt, nicht im Wasserglas.

„Es schwemmt die Giftstoffe raus!“ – dieser Satz ist der Endgegner jeder wissenschaftlichen Diskussion. Zur Erinnerung: Wir haben Leber und Nieren. Diese Hochleistungsorgane entgiften uns 24 Stunden am Tag, völlig ungeachtet dessen, ob wir das Wasser bei 10 oder 60 Grad Celsius trinken.

Und die Haut? Die profitiert von Flüssigkeit generell. Wer genug trinkt, sieht frischer aus. Ob das Wasser vorher im Wasserkocher war, entscheidet vielleicht über das Wohlbefinden, aber nicht über die Zellstruktur Ihrer Epidermis.

Erinnern wir uns kurz an die „Gamechanger“ der letzten Jahre, die heute meist in der digitalen Bedeutungslosigkeit versunken sind:

Heißes Wasser ist nun der neueste Gast auf dieser Party.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.focus.de — der Inhalt gehört Focus Online Gesundheit.

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