Ländervergleich: Warum ein Schweizer Deutscher werden will – und was das über unser Land verrät
„Gibt es eine schweizerische Nationalität?“ So fragte Johann Caspar Bluntschli 1875 kurz nach den Reichseinigungen in Deutschland und Italien.
Der ehemalige Züricher Regierungsrat wurde 1861 nach Heidelberg berufen, wo er die Rechtswissenschaften grundlegend prägte und als Abgeordneter im badischen Parlament die kleindeutsche Lösung begrüßte.
Würde aber der junge schweizerische National- und Bundesstaat von 1848 seine Eigenständigkeit gegen die staatsbildenden Nationalismen behaupten? Bluntschli antwortete differenziert: „Wenn es eine schweizerische Nationalität gibt, so hat dieselbe in hohem Grade einen internationalen Charakter.“ Kulturell orientierten sich die deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweizer zu Recht an ihren Nachbarländern.
Doch zugleich hätten Bundesstaat, Recht und Armee belastbare institutionelle Klammern geschaffen.
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