Massenansturm auf die Zelte der Wiesn - Sie rennen auf das Oktoberfest 2026
München – Stundenlang warteten sie vor den Eingängen der Wiesn in München. Dann rannten sie los. Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Oktoberfest 2026! Auf die besten Plätze in den Zelten gab es einen Massenansturm.
Schon gegen 7 Uhr war die Schlange vor dem Haupteingang Hunderte Meter lang. Einige hatten sogar extra davor übernachtet. Ordner hielten die Menschenmenge an den Eingängen immer wieder kurz zurück, um den Run auf die Zelte zu entzerren. Jeder möchte darin einen guten Platz abbekommen.
Bier gibt es auf dem Oktoberfest allerdings noch nicht. Erst nach dem offiziellen Anstich um 12 Uhr wird ausgeschenkt. Das 191. Oktoberfest auf der Wiesn in München steigt vom 19. September bis 4. Oktober.
Aktuell findet in München auch noch der große Festzug zur Wiesn mit mehr als 1000 Teilnehmern statt. Er läuft vom Sendlinger Tor bis zur Wirtsbudenstraße in die Festzelte . Angeführt wird der Umzug von Wirtstochter Sina Hochreiter (27), die in diesem Jahr in das Kostüm des Münchner Kindls schlüpft: das Wahrzeichen der Stadt und der Wiesn.
Um 12 Uhr will Oberbürgermeister Dominik Krause (36) im Schottenhamel-Festzelt das erste Fass anstechen. Mit dem Ausruf „O’zapft is!“ ist das Oktoberfest danach eröffnet. Der OB von den Grünen hat Wochen vorher in einer Münchner Brauerei trainiert, um sich vor Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) nicht zu blamieren. Krause wird Söder die erste Maß reichen.
Jeder Besucher auf dem Volksfest trinkt im Schnitt eine Maß. Das Wiesn-Bier ist tückisch. Bier-Experte Stefan Stang (62) zu BILD: „Mit über 13,5 Prozent Stammwürze und über 6 Prozent Alkohol ist es deutlich stärker als herkömmliches Bier.“ Es stamme aus der Tradition der Märzen-Biere, so der Hauptgeschäftsführer des Verbands der privaten Brauereien in Bayern weiter. „Es hatte mehr Zucker, der sich in Alkohol umwandelt, um es bis in den Herbst haltbar zu machen.“
Kaum ist der erste Tag überstanden, geht es am Tag 2 gleich wieder mit einem noch größeren Umzug weiter. 9000 sogenannte Trachtler aus ganz Deutschland laufen neben 60 festlich geschmückten Wagen her. Für diesen Umzug gibt es noch letzte Tribünenkarten .
Der Eintritt auf dem Oktoberfest ist frei. Doch wer Trachten ganz aus der Nähe sehen will, geht zur Oide Wiesn („alte Wiesn“). Die traditionellen Trachtengruppen trinken ihr Bier dort lieber aus Steinkrügen. Die gibt es nur in diesem nostalgischen Teil des Oktoberfests. Das Gelände kostet Eintritt : 4 Euro (Kinder bis 14 Jahre frei, ab 21 Uhr alle frei). Die Investition lohnt sich. Denn dort kosten die Fahrgeschäfte nur 1,50 Euro: u. a. Kettenflieger, Geisterbahn, „Fahrt ins Paradies“. Die Oide Wiesn entstand 2010 zur 200‑Jahr-Feier des Oktoberfests. Wegen der Begeisterung vor allem der Einheimischen, die dort das Volksfest ihrer Kindheit wiedererlebten, ist sie seitdem fester Bestandteil.
Neu sind dieses Jahr Dreharbeiten für Netflix . Zuvor waren 4000 Komparsen gesucht worden. Sie sollen bei der sogenannten „Romantic-Comedy“ auf der Theresienwiese vor der Kamera stehen.
Tracht oder leger? Es gibt keine Verkleidungs-Pflicht auf der Wiesn.
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