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Forscher ordnet Studienlage ein - Was bringt Kollagen wirklich für den Körper?

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Forscher ordnet Studienlage ein - Was bringt Kollagen wirklich für den Körper?

Der Markt für Kollagen-Nahrungsergänzungsmittel boomt. Fortune Business Insights beziffert das weltweite Marktvolumen für 2025 auf 4,5 Milliarden US‑Dollar. Bis 2034 soll es sich fast verdoppeln. Der Hauptgrund, warum Menschen zu Kollagen greifen: die Hoffnung auf schönere Haut. Doch die Forschung dazu ist widersprüchlich. Positive Effekte zeigen sich vor allem in industriefinanzierten Studien. Werden nur unabhängige Untersuchungen betrachtet, bleibt wenig übrig . Ist Kollagen deswegen nutzlos?

Darum ging es in einem Vortrag von Sportwissenschaftler Dr. Thorben Aussieker beim Fitnesswissenschaftskongress 2026 in Düsseldorf, den ich besucht habe. Aussieker forscht an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe zum Proteinstoffwechsel. Mehrere der Studien, die er vorstellte, stammen aus seiner eigenen Arbeit.

Aussieker zeigte Daten, in denen Kollagen die Neubildung von Haut protein nicht stärker anregte als die Vergleichsbehandlungen. Ein überzeugend belegter Anti-Aging-Effekt lässt sich daraus nicht ableiten.

Und für den Muskel ? Auch hier ist Kollagen nicht das optimale Protein. Es enthält wenig essenzielle Aminosäuren und praktisch kein Tryptophan. Whey-Protein schneidet für den Muskelaufbau deutlich besser ab.

Interessant könnte Kollagen für die Sehnen sein. In mehreren der von Aussieker vorgestellten Studien nahmen Sehnenquerschnitt oder bestimmte funktionelle Eigenschaften stärker zu als in den Kontrollgruppen. Einheitlich ist das Bild jedoch nicht. Eine der gezeigten Studien fand keinen Unterschied. Entscheidend war zudem: Kollagen wurde immer mit Training kombiniert. Offen bleibt auch, ob andere Proteinquellen dasselbe leisten. Gute Vergleichsstudien fehlen.

Ähnlich sieht es bei den Knochen aus. Einzelne Studien fanden bei bestimmten Kollagenpeptiden günstigere Veränderungen der Knochendichte. Auch hier ist allerdings offen, ob es wirklich am Kollagen liegt. Denn eine höhere Proteinzufuhr ist allgemein mit einer besseren Knochendichte verbunden.

Spannend ist die Frage, was für die möglichen Effekte von Kollagen verantwortlich sein könnte. Ein Kandidat: die Aminosäure Glycin, ein zentraler Baustein für körpereigenes Kollagen. Aussieker rechnete vor, dass bei üblicher Ernährung täglich eine Lücke von etwa zwei Gramm bleiben könnte. Fünf bis zehn Gramm Kollagen liefern ein bis zwei Gramm Glycin und könnten sie teilweise schließen.

Kollagen ist kein Wundermittel, aber auch nicht nutzlos. In Dosierungen von fünf bis zehn Gramm täglich sind bislang keine negativen Effekte beschrieben, sagte Aussieker, zudem sei es günstig. Wichtig war ihm: Kollagen ergänzt die Proteinzufuhr, es ersetzt andere Proteinquellen nicht. Ich selbst mische täglich zehn Gramm in mein Morgenmüsli und trainiere parallel. Diese Kombination scheint nach derzeitiger Forschung zumindest den Sehnen zu nutzen.

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