Nach den Landtagswahlen: Muss die SPD mehr Schwesig wagen?
Manuela Schwesig zeigt ihrer SPD, wie man gegen die AfD kämpft.
Ihr Ergebnis verschiebt das Machtgefüge.
Ist sie nun SPD-Schattenvorsitzende? Da steht sie in der Berliner SPD -Zentrale zwischen ihren Vorsitzenden und drischt verbal auf den Kanzler ein: Friedrich Merz solle sich mal selbstkritisch fragen, was er falsch gemacht habe, teilt Manuela Schwesig aus.
Und ob es dem CDU-Chef noch mal gelingen könne, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, das wisse sie nicht.
Es ist der Morgen nach den dramatischen Landtagswahlen von Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Während sich die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas sichtbar mühen um eine Balance zwischen Kritik und Stützung der Koalition, nimmt die Ministerpräsidentin aus Mecklenburg-Vorpommern kein Blatt vor den Mund.
Schwesig hat nicht gewonnen - und doch blickt das Willy-Brandt-Haus irgendwie zu ihr auf.
Mehr Schwesig wagen, könnte das ein Rezept auch für die Arbeit der SPD in der Bundespolitik sein? Die Bundespartei schöpft Hoffnung Klingbeil sagt es mit großem Respekt - auch wenn man weiß, dass die beiden nicht beste Freunde sind: „Manuela Schwesig und die SPD in Mecklenburg-Vorpommern haben gezeigt, wie man aufholt, wie man kämpft, wie man mit den richtigen Themen, mit der richtigen Haltung in eine Aufholjagd geht und am Ende durch den Kampf auch die Menschen überzeugen kann.“ Dass Schwesig den Wahlsieg der AfD nicht verhindern konnte, das spielt hier kaum eine Rolle.
35,5 Prozent, von solchen Ergebnissen kann die SPD im Bund nur träumen.
Da ist sie in Umfragen seit Monaten mit um die 12 Prozent nicht einmal halb so stark.
Für die Bundespartei sei das eine Ermutigung, sagt Klingbeil.
Man schöpft Hoffnung, dass doch nicht alles verloren ist.
Doch lässt sich das Erfolgsrezept aus Mecklenburg-Vorpommern so einfach auf den Bund übertragen? Die Methode Schwesig Schwesig ist keine Parteisoldatin - auch wenn sie Turnschuhe mit dem roten SPD-Logo trägt.
Für ihre Vorsitzenden ist die 52-Jährige häufig unbequem. „Ich mache nicht das, was ein Bundeskanzler oder meine Bundespartei sagt“, betonte sie vor der Wahl im NDR-TV-Duell. „Ich mache das, was die Menschen hier im Land bewegt und gut für unser Land ist.“ Schwesig gilt als eine der letzten in der SPD, die wirklich einen Draht zu den Menschen hat und ihre Probleme versteht.
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