Ex-Coach Schwartz vorm Pokal - „Preußen hat gute Chancen!“
Vor 94 Tagen saß er selbst noch auf Münsters Bank. Um zu retten, was nicht mehr zu retten war. Aber seine Sympathie für die Adlerträger ging trotzdem nicht verloren....
Wenn Drittligist Münster am Freitagabend daheim in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Karlsruher SC (18 Uhr/live bei Sky) trifft, schaut Alois Schwartz (59) zu Hause in Mannheim am Fernseher ganz genau hin. Denn beide Mannschaften haben einen festen Platz in seinem Herzen. „Auch wenn ich leider nur wenige Wochen bei den Preußen tätig sein konnte, habe ich den Verein und die Stadt sehr zu schätzen gelernt. Dass wir unser Ziel nicht mehr erreicht haben, tat schon mächtig weh,“ gesteht Schwartz, in dessen Augen nach dem Abstieg der „Adlerträger“ echte Tränen schimmerten.
Sein gutes Verhältnis zum KSC besteht dagegen bereits seit vielen Jahren. Immerhin hatte er zwischen 2017 und 2021 bei den Badenern die erfolgreichste Zeit seiner Trainer-Karriere. 103 Pflichtspiele mit einem Schnitt von 1,81 Punkten. Was weit mehr als diese Zahlen aussagt: In der ersten Saison übernahm er die Karlsruher am sechsten Spieltag auf Drittliga-Rang 19 – und führte sie tatsächlich noch in die Aufstiegs-Relegation. In der schließlich Gegner Aue knapp die Nase vorn hatte.
Ein Jahr später im Mai dann doch der erhoffte Triumph. Rauf in die 2. Liga durch einen 4:1-Auswärtserfolg – ausgerechnet an der Hammer Straße. Und noch etwas verbindet ihn mit beiden Teams. Im März 2018 stellte er mit dem KSC einen neue Bestmarke auf. 21 Spiele in Folge ungeschlagen. Das Rekordspiel endete 3:0 – natürlich ebenfalls in Münster.
Und welche Prognose gibt er für die Pokalpartie im ausverkauften LVM-Stadion ab? Schwartz: „Karlsruhe geht sicherlich als Favorit in diese Partie. Aber die Preußen sind definitiv nicht chancenlos. Mit ihren laustarken Fans im Rücken können sie für eine Überraschung sorgen. Auf jeden Fall ein interessantes Duell.“
In dem der stolze, mehrfache Opa beiden Truppen die Daumen drückt. Wenn auch den Hausherren ein bisschen mehr. „Weil's immer schön ist, wenn der Außenseiter für eine kleine Sensation sorgen kann,“ so der routinierte und aktuell noch arbeitslose Fußballlehrer.
Seine Auszeit soll allerdings nur von kurzer Dauer. Schwartz bestätigt: „Klar möchte ich noch mal zurück an die Seitenlinie. Allerdings sollte das Angebot passend sein.“ Schließlich ist er bereits seit 24 Jahren im Trainergeschäft. Und damit lange genug, um nicht mehr jede Aufgabe annehmen zu müssen...
● Gegen den KSC, der mit vier Punkte in die neue Zweitliga-Saison startete (2:1 gegen Arminia Bielefeld/0:0 in Kaiserslautern) werden die Preußen wohl weiter ohne Joshua Mees (30) auflaufen. Der erfahrene Offensivspieler hatte sich beim Liga-Auftakt in Wehen Wiesbaden (3:1) vor knapp zwei Wochen bereits in der 8. Spielminute eine leichte Zerrung im Adduktorenbereich zugezogen. Die ist inzwischen zwar weitestgehend abgeklungen, trotzdem käme sein Einsatz im DFB-Pokal womöglich noch etwas zu früh.
Wahrscheinlicher ist, dass er am Mittwoch darauf (26.8.) im Westfalenpokal gegen den SSV Buer sein Comeback gibt.
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