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Tiere breiten sich rasant aus - Kraken-Invasion in der Nordsee!

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Tiere breiten sich rasant aus - Kraken-Invasion in der Nordsee!

Tintenfische bringen die meisten wohl eher mit wärmeren Mittelmeerländern wie Griechenland, Italien oder Kroatien in Verbindung. Doch aufgrund des Klimawandels fühlen sich Kraken und Kalmare auch zunehmend in heimischen Meeren wohl. In der Nordsee breiten sie sich seit einigen Jahren rasant aus. Manche sprechen sogar von einer regelrechten Kraken-Invasion!

2025 war die Nordsee so warm wie nie seit 1969. Das vermeldete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in seinem letzten Jahresbericht . Die Temperatur lag an der Wasseroberfläche im Jahresmittel bei 11,6 Grad – gegenüber dem Mittel der Jahre 1997 bis 2021 war das Wasser damit um 0,9 Grad Celsius wärmer. Davon profitieren vor allem Tintenfische, deren Eier inzwischen deutlich bessere Überlebenschancen haben.

Besonders an der belgischen Nordseeküste fällt die Entwicklung auf. Während früher vor allem Krabben und Kabeljau die Netze füllten, fangen die Fischer dort inzwischen tonnenweise Kraken und Kalmare, wie der Schweizer Rundfunk (SRF) zuerst berichtete. Hans Polet, wissenschaftlicher Direktor am flämischen Institut für Landwirtschafts- und Fischereiforschung, sagte dem SRF: „Früher war es viel kälter. Aber jetzt beobachten wir, dass die Eier der Kopffüßer sehr gut in der Nordsee überleben können.“

Zur langfristigen Entwicklung erklärt Polet: „In hundert Jahren hat sich der südliche Teil der Nordsee, der relativ flach ist, um vier Grad erwärmt.“ Für die Tiere bedeutet das bessere Bedingungen und neue Lebensräume.

Die Nordsee bietet Tintenfischen inzwischen viel Nahrung. Zu ihrem Beutespektrum gehören Heringe, Krabben und verschiedene Krebsarten. Im Interview mit der „taz“ sagt Patrick Oesterwind vom Thünen-Institut für Ostseefischerei: „Die fressen alles, was sie überwältigen können.“

Die Folgen zeigen sich bereits in der Fischerei. Nach Berechnungen der Agentur für Landwirtschaft und Seefischerei der flämischen Regierung war 2025 mehr als ein Fünftel des flämischen Fischfangs Kopffüßer. Laut Oesterwind profitiert auch die deutsche Fischereiwirtschaft davon. „Mit Tintenfischen hat die deutsche bodennahe Schleppnetzfischerei im Jahr 2024 knapp 20 bis 21 Prozent ihres gesamten Umsatzes gemacht. 2020 betrug dieser Anteil gerade mal ein Prozent.“

Nach Einschätzung von Oesterwind ist die Ausbreitung kein kurzfristiger Trend. Neben den Folgen des Klimawandels könnten auch Veränderungen im Ökosystem eine Rolle spielen. Dazu zählt der Rückgang von Raubfischen wie dem Kabeljau, dessen Fortpflanzung durch höhere Wassertemperaturen erschwert wird. An den Stränden sind die Veränderungen bereits sichtbar: Weiße, kalkartige Rückenschilder von Tintenfischen werden dort immer häufiger gefunden.

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