Italienischer Superstar von 1966: Fiat 124 - der vergessene Volksheld
Mit dem Grizzly kehrt Fiat heute in größere Klassen zurück. Dorthin, wo Italiens älteste Autofirma ab 1966 Geschichte schrieb mit einem Volksauto, das fast weltweit erfolgreich war: Der Fiat 124 wurde unter vielen Marken gebaut - in größerer Auflage als der VW Käfer. Dennoch zählt dieser Fiat zu den vergessenen Helden.
Ein italienischer Superstar feiert Geburtstag - und kaum jemand kennt ihn noch. Der Fiat 124 wurde vor 60 Jahren als Inkarnation der praktischen, preiswerten und dennoch verführerisch attraktiven "bella macchina" vorgestellt. Über 23 Millionen Menschen motorisierte dieses fast ein halbes Jahrhundert lang gebaute Kompaktklassemodell - damit übertraf der Fiat 124 sogar den VW Käfer.
Wie schon der Wolfsburger Käfer war der in kantige Konturen gekleidete Italiener ein früher Welteroberer, allerdings wurde er dazu unter vielen Marken produziert. Zunächst rollte der Fiat 124 in Turin als 4,03 Meter kurze und kantige viertürige Limousine vom Band, aber schon bald folgten die Varianten Kombi und Coupé und ein von Pininfarina kreierter Spider. Ein Portfolio, mit dem Fiat schon 1967 zu ungeahnter Größe aufstieg, zuerst VW als europäischen Neuzulassungschampion überholte und sich dann global hinter den Detroiter Giganten General Motors (GM), Ford und Chrysler als viertgrößter Autobauer positionierte.
Die eigentliche Sensation gelang dem unter Chefingenieur Dante Giacosa entwickelten Fiat aber 1970: Damals lief der Typ 124 erstmals in der Sowjetunion vom Band, die Geburtsstunde des Volksautos Lada/Shiguli, von dem in 44 Jahren über 17,3 Millionen Einheiten entstanden. In Spanien machten der in Lizenz gebaute 124 sowie das Schwestermodell 1430 die Marke Seat zum Vollsortimenter, in Korea zählte der Fiat 124 unter der Marke Kia-Asia zu den ersten Autos aus nationaler Fertigung, in Indien erlangte er als Premier 124 Kultstatus und die Türkei kennt ihn unter dem Namen Tofas. Und in Deutschland wurde der Fiat als "Neckar" in Heilbronn gebaut.
Ein Fiat made in Germany? Ja, das gab es seit 1929, denn damals erwarb die Deutsche Fiat AG die Heilbronner NSU Automobil AG und baute fortan im Werk Heilbronn teils eigenständige NSU/Fiat- und Neckar-Modelle. Im Januar 1967 ergänzte der Fiat 124 mit Schiebedach das Neckar-Produktprogramm, was den Absatz des damals gerade von Fachmedien zum "Auto des Jahres" gewählten Fiat-Modells beschleunigte. Die Italiener zeigten, welches Miracolo Economico bezahlbare Fahrspaßmodelle in einem Krisenjahr ermöglichten, denn 1967 ging das deutsche Wirtschaftswunder mit einer Absatzflaute zu Ende.
Während die Beatles damals mit "Sgt.
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