Afghanische Fußballerinnen: Jedes Training ein Statement für die Freiheit
Neben der Volkswagen Arena wird sichtbar, wie sehr Fußball und Politik verzahnt sind.
Afghanische Spielerinnen trainieren in Wolfsburg - und sind dabei in Gedanken bei den Frauen in ihrer Heimat.
Auf dem Trainingsplatz neben der Volkswagen Arena in Wolfsburg trainieren junge Fußballerinnen.
Erst Aufwärmen und Dehnen unter Anleitung von Wolfsburgs Torwart-Ikone Almuth Schult, dann Pässe üben, Laufwege einstudieren, zum Abschluss ein Trainingsspiel.
Eine ganz normale Übungseinheit - und doch sehr viel mehr.
Denn die, die dort spielen, sind junge afghanische Fußballerinnen.
Jedes Training ist für sie eine Demonstration, ein Statement für die Freiheit und gegen die frauen- und mädchenfeindliche Herrschaft der Taliban in ihrer Heimat, der sie entfliehen mussten und konnten. „Wenn ich Fußball spiele, dann vergesse ich alles Schlimme“ Alle jungen Frauen , die auf dem Platz ebenso fröhlich wie ernsthaft trainieren, tragen ähnliche Geschichten von Krieg, Unterdrückung und Flucht mit sich. „Wenn ich Fußball spiele, dann vergesse ich alles Schlimme“, sagt die mittlerweile in Darmstadt lebende Nazanin Salimi (20). „Natürlich wollen wir auch zeigen, dass Frauen leben dürfen, wie sie wollen, und ebenso Fußball spielen dürfen.“ Trainingscamp zu einem symbolhaften Zeitpunkt Exakt fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban an die Macht in Afghanistan findet in Wolfsburg das 2.
United Summer Camp statt.
Schon durch das Datum hat das Trainingslager eine besondere Symbolik. „Diese Woche im August ist die Woche, in der Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban zusammengebrochen ist und die aktive Teilnahme von Frauen und Mädchen am gesellschaftlichen Leben verboten wurde“, sagt Khalida Popal. „Diese Frauen und Mädchen werden ausgeblendet.
Und die meisten dieser Spielerinnen, die als Aktivistinnen tätig waren und den Fußball als Mittel einsetzten, befanden sich in Lebensgefahr.“ Spielerinnen kommen aus Portugal, Großbritannien und Deutschland Die 38-Jährige ist Pionierin des afghanischen Frauen-Fußballs, war die erste Kapitänin der Nationalmannschaft ihres Landes.
Sie floh 2011, weil sie für ihr Engagement in den patriarchalischen Strukturen der afghanischen Gesellschaft - auch ohne Taliban-Herrschaft - angefeindet und bedroht wurde.
Als die Islamisten wieder die Macht übernahmen, half sie vielen Spielerinnen und deren Familien zu fliehen.
Im Exil gründete die in Dänemark lebende Popal die Girl Power Organisation, die das Camp gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg - und von VW unterstützt - organisiert und ausrichtet.
Schon vor einem Jahr hatte in St.
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