„Markus Lanz“: „Wir schaufeln die Gräber der Volksparteien, auf denen dann die AfD tanzt“
Sigmar Gabriel, einst SPD-Chef und Außenminister, war zu Gast bei Markus Lanz im ZDF.
Er hat recht handfeste Ratschläge für die aktuelle Regierung.
Am Dienstagabend hatte Moderator Markus Lanz sich folgende Gäste ins Studio eingeladen: Sigmar Gabriel, Ex-Außenminister (SPD) Eva Quadbeck, Journalistin Florian Flade, Journalist Sigmar Gabriel: „Als nicht besonders nett empfunden“ In der vergangenen Woche durfte CDU-„Rentner“ Peter Altmaier bei Markus Lanz im ZDF seine Meinung zum derzeitigen Polit-Chaos kundtun – am Dienstag gönnte sich SPD-Kollege Sigmar Gabriel dasselbe Privileg.
Als jemand miit reichlich Erfahrung, der selbst keine Aktien mehr im Koalitions-Hickhack hat, hatte er eine recht komfortable Position.
Und schonte in seiner Beurteilung auch die eigene Partei nicht.
Auch nicht, wenn es um den Rücktritt von SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas ging.
Die hatte sich aufgrund eines familiären Trauerfalls zurückgezogen und dabei auch den Umgang der Union mit ihr kritisiert.
Markus Lanz hatte ganz offensichtlich die Idee, nicht die Ursachen für Bas' Rückzug zu kritisieren, sondern die Reaktionen aus den Reihen der SPD auf diesen.
Nämlich Vorwürfe gegen den Koalitionspartner CDU. „Das vergiftet den Diskurs“, mäkelt er. „Ich verstehe nicht, wo da die besondere Härte gewesen sein soll.“ Gabriel begründet die Empörung innerhalb seiner Partei damit, dass „es eine ganze Reihe von Menschen, die entsetzt waren über den Rücktritt“, gebe.
Bas sei innerhalb der SPD sehr beliebt gewesen.
Die Attacken „unter der Gürtellinie“, die es über Wochen vom Koalitionspartner gegeben habe, hätten deshalb bei vielen für Unmut gesorgt. „Die Koalition zeichnet sich jetzt nicht dadurch aus, dass sie besonders zartfühlend miteinander umgehen.
Das geht, glaube ich, auch über das hinaus, was normal ist unter Koalitionspartnern“, so der 67-Jährige.
Diplomatisch geschickt findet er den derzeitigen Zwist aber auch nicht. „Wenn man gewählt ist, ist man der Richtige“ Und wer soll auf Bärbel Bas folgen? Gabriel weiß es nicht – „Da sind Sie wahrscheinlich näher dran als ich.“ Die SPD würde ihn bei solchen Fragen nicht konsultieren und er wolle auch keinen guten Rat geben, um den nicht gebeten wurde. „Ratschläge empfinden die Menschen ja in der Regel als Schläge“, scherzt der ehemalige SPD- Chef .
Er glaubt aber nicht, dass Manuela Schwesig den Posten übernehmen wird – nicht, weil sie das nicht könnte, im Gegenteil, sondern weil Gabriel weiß, dass die Doppelbelastung durch Ministerpräsidenten-Amt und Parteivorsitz schlicht zu zermürbend ist. Überraschend klar äußert sich Gabriel hingegen zum Kanzler.
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