IT-Sicherheit: Senat bestätigt Millionenforderung nach Hackerattacke
Eine Hackergruppe bietet große Mengen gestohlener Daten aus der Berliner Verwaltung im Darknet an.
Das Land Berlin hat bis Freitag Zeit, Lösegeld zu zahlen.
Gibt es Verbindungen zu Russland? Der Countdown läuft: Professionelle Cyberkriminelle erpressen das Land Berlin nach ihrer erfolgreichen Hackerattacke auf das Datennetz der Verwaltung um rund zwei Millionen Euro und verlangen die Zahlung des Lösegelds bis Freitag.
Das sagte Senatssprecherin Christine Richter der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist richtig, dass eine Gruppe mit dem Namen Rhysida sich zu der Tat bekannt hat und behauptet, im Besitz von gestohlenen Daten im Umfang von 5,7 Terabyte zu sein.“ Die Gruppe habe die gestohlenen Daten seit vergangenen Freitag im Darknet im Rahmen einer Auktion zum Kauf angeboten. „Das Mindestgebot liegt bei 30 Bitcoins, also rund zwei Millionen Euro.
Die Versteigerung läuft bis Freitag“, sagte Richter. „Es muss davon ausgegangen werden, dass die Daten im Anschluss weiterveräußert oder ganz oder in Teilen veröffentlicht werden.“ Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat am Freitag erklärt, das Land Berlin lasse sich nicht erpressen.
Nach Wissen des Senats handele es sich bei Rhysida um eine hochprofessionelle Gruppierung, die mit diversen Cyberattacken auf Ziele in Europa und den USA in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht werde, sagte Richter . „Erkenntnisse über Verbindungen nach Russland oder gar dem russischen Staat liegen nicht vor, können aber auch nicht ausgeschlossen werden.“ Hacker hatten tagelang Zugriff auf das Datennetz Der Cyberangriff war am 14.
August bekanntgeworden.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurden vom 7. bis zum 12.
August Daten in großem Umfang abgegriffen.
Die Untersuchungen dazu gehen noch auf unbestimmte Zeit weiter, wie Richter im Anschluss an die jüngste Senatssitzung sagte. „Alle Systeme im Land Berlin müssen gescannt werden, um auszuschließen, dass noch weitere Daten abgeflossen sind.“ Wie lange das dauern werde, lasse sich nicht sagen.
Fest stehe, dass eine Menge an Daten gestohlen worden sei.
Zu den Hintergründen der Hackerattacke ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft.
Von dem Datendiebstahl seien nach jetzigem Kenntnisstand weiterhin nur die beiden Senatsverwaltungen für Verkehr und für Bauen betroffen, sagte Richter. „Dort sind nicht öffentliche Daten abgeflossen, die jetzt auch untersucht werden, damit Klarheit herrscht, um was für Daten es sich handelt“ - und welche Konsequenzen dann gezogen werden müssten.
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