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Wirtschaft: Linke befürchten Dominoeffekt nach Polyamid-Pleite in Leuna

Stern ·
Wirtschaft: Linke befürchten Dominoeffekt nach Polyamid-Pleite in Leuna

Die Linke warnt: Die Insolvenz von Leuna Polyamid könnte das gesamte Chemiedreieck in Ostdeutschland zum Wackeln bringen.

Land und Bund sollten bei der Investorensuche helfen.

Die Linke-Fraktion im Landtag warnt vor den Auswirkungen des geplanten Produktionsstopps bei Leuna Polyamid für das ostdeutsche Chemiedreieck.

Die Insolvenz des Unternehmens, das zu gleichen Teilen vom Chemieparkbetreiber InfraLeuna und von Leuna Harze gehalten wird, könne die Infrastruktur des gesamten Chemieparks verteuern und weitere Unternehmen gefährden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Fraktionsvorsitzenden und Spitzenkandidatin Eva von Angern und des Landtags-Vizepräsidenten Wulf Gallert. „Die geschäftsführende Landesregierung und Koalition muss sofort handeln und wenn nötig eine Sondersitzung des Landtages einberufen“, sagte Gallert der Deutschen Presse-Agentur.

Es drohe ein katastrophaler Dominoeffekt.

Das Land habe mit der Finanzierung eines Notbetriebs der Anlagen zur Gefahrenabwehr für rund 80 Millionen Euro bereits ein Vielfaches des Unternehmenswertes bereitgestellt.

Die Linke habe für solche Situationen einen Zukunftsfonds vorgeschlagen, mit dessen Hilfe man den Produktionsstandort sichern könnte.

Land und Bund seien nun mindestens gefordert, bei der Investorensuche für einzelne Anlagen zu unterstützen.

Wulf Gallert : „Parlamentarische Beschlüsse sind noch möglich“ „Die Situation vor Ort duldet keinen politischen Stillstand.

Sachsen-Anhalt hat eine geschäftsführende Landesregierung, die jetzt handeln muss.

Falls es dazu parlamentarische Beschlüsse braucht, sind auch diese noch möglich“, sagte Gallert.

Nach Angaben des Chemieparkbetreibers InfraLeuna hat der voraussichtliche Produktionsstopp Auswirkungen auf verschiedene Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Leuna Polyamid gehöre zu den größten Abnehmern von Dampf und anderen infrastrukturellen Leistungen. „Die Insolvenz und die damit verbundene Produktionseinstellung werden deshalb auch für InfraLeuna mit Umsatzeinbußen verbunden sein“, so eine Sprecherin des Unternehmens.

InfraLeuna: Zukunft der Anlagen aktuell unklar Betroffen seien außerdem Liefer- und Abnehmerbeziehungen. „So werden unter anderem Ammoniak, Benzol für die Phenolerzeugung, Schwefel und Propylen sowie Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff künftig nicht mehr in bisherigem Umfang abgenommen.

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