111 Filialen nach Insolvenz betroffen - Räumungsverkauf läuft in zwei Baumarkt-Ketten
Dortmund/Garching – Ein Ausverkauf der Superlative startet. Nach der Insolvenz von Hellweg und BayWa Bau & Garten läuft bundesweit der Räumungsverkauf. In den Märkten heißt es: „Alles muss raus!“
Betroffen sind bundesweit 68 Hellweg-Filialen sowie 43 Märkte von BayWa Bau & Garten. Werkzeuge, Baustoffe, Farben, Gartengeräte und Pflanzen werden teils stark reduziert angeboten. Die gesamte Ware, auch aus dem Lager, wird verkauft. Das heißt aber nicht automatisch, dass alle diese Märkte auch schließen müssen.
Doch hinter den Rabatten steckt eine dramatische Entwicklung: Eine Rettung des gesamten Filialnetzes ist gescheitert . Viele Standorte stehen vor dem Aus. Finden sich keine Investoren, droht zahlreichen Märkten Ende November die Schließung.
Allein in Nordrhein-Westfalen läuft der Räumungsverkauf an 31 Hellweg-Standorten. Betroffen sind: Hamm II, Dortmund-Wambel, Essen-Rellinghausen, Bochum, Recklinghausen, Iserlohn, Essen-Borbeck, Selm, Lüdenscheid, Bonn-Beuel, Hattingen, St. Augustin, Mettmann, Rheda-Wiedenbrück, Dortmund-Hacheney, Ennepetal, Dorsten, Bünde, Wuppertal, Monheim, Beckum, Ahaus II, Kreuztal, Gronau II, Dortmund-Kley II, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Bocholt, Dülmen, Essen-Kettwig und Steinfurt.
Bei BayWa Bau & Garten betrifft der Räumungsverkauf allein 30 Märkte in Bayern – dem mit Abstand wichtigsten Bundesland für die Kette. Betroffen sind: Nürnberg, Fürth, Würzburg, Passau, Regensburg, Poing, Wolfratshausen, Murnau, Bad Tölz, Bad Windsheim, Bindlach, Burghausen, Diespeck, Dillingen, Grafenau, Gunzenhausen, Illertissen, Nördlingen, Pfarrkirchen, Rothenburg, Simbach, Traunreut, Schwabmünchen, Waldkraiburg, Dinkelsbühl, Karlstadt, Mering, Neuburg, Schrobenhausen, Viechtach und Waldkirchen.
Zusätzlich droht der einzigen bayerischen Hellweg-Filiale in Bad Kissingen das Aus. Findet sich kein Investor, muss auch dieser Baumarkt bis Ende November schließen
Bislang gibt es für etwa 35 von insgesamt nur noch 111 Standorten konkrete sogenannte Fortführungslösungen. Vielen Mitarbeitern wurde bereits vorsorglich gekündigt . Betroffen sind davon laut Unternehmen etwa 4000 Mitarbeiter. Nach bisherigen Angaben könnten am Ende dann etwa 29 BayWa- und 50 Hellweg-Märkte schließen müssen, sollten keine Investoren gefunden werden.
Die Insolvenz hat einen Übernahmepoker ausgelöst. Nach Angaben aus dem Verfahren haben Obi, Bauhaus, Hornbach, Hagebau und Globus Interesse an einzelnen Märkten bekundet. Am weitesten ist bislang Obi. Der Konkurrent übernimmt fünf BayWa‑Standorte . Rund 250 Beschäftigte sollen dort übernommen werden. Zudem laufen Verhandlungen über weitere Märkte. Für insgesamt 17 BayWa-Standorte gibt es bereits Investorenlösungen.
Eine Zukunft haben nach aktuellem Stand unter anderem auch die Hellweg-Märkte in Beckum, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck und Steinfurt.
Für die Kunden ist der Ausverkauf derzeit eine Schnäppchenjagd. Für Tausende Beschäftigte dagegen geht es um nicht weniger als ihren Job .
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