Vorwürfe sexueller Gewalt: Vergewaltigung im Jugendclub? - Massive Fehler der Behörden
Im Frühjahr wurden Vorwürfe laut, in einem Jugendclub in der Hochhaussiedlung Gropiusstadt sei eine Jugendliche vergewaltigt worden.
Nun zeigt sich: schon zuvor wurden die Mädchen nicht gut geschützt.
Die Vorwürfe einer Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln wogen schwer - nun bestätigte eine Untersuchungskommission zahlreiche Fehler von Sozialarbeitern und dem Jugendamt beim Schutz von Mädchen.
Eine bewusste nachträgliche Vertuschung mutmaßlicher sexueller Übergriffe habe man aber nicht erkennen können, hieß es in dem Bericht der unabhängigen Kommission, die im Auftrag des Bezirks arbeitete.
Allerdings wurden Mädchen offenbar immer wieder bedrängt, ohne dass sie ausreichend geschützt wurden.
Die betroffene Jugendliche fühle sich inzwischen unterstützt, „aber insgesamt geht es ihr nicht gut“, so die Kommission.
Die Vorsitzende Elke Nowotny sagte, das Jugendamt hätte bei ersten Hinweisen auf Probleme eine eigene Einschätzung vornehmen und ein eigenes Schutzkonzept für Mädchen entwickeln müssen und dies nicht dem Jugendzentrum überlassen dürfen.
Jugendamt hätte eingreifen müssen Auch als es Hinweise auf ein Video und Erpressungen von Mädchen durch männliche Jugendliche gegeben habe und ein Mädchen sich eine Anzeige bei der Polizei gewünscht habe, hätte das Jugendamt eingreifen müssen.
Stattdessen habe es zunächst nur Gespräche auf verschiedenen Ebenen gegeben.
Die zuständige Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke), die demnächst aus dem Amt scheidet, sagte, es seien fachliche Fehler gemacht worden, „auf allen Ebenen“.
An die Adresse der Jugendlichen fügte sie hinzu: „Ihr seid nicht ausreichend geschützt und gehört worden.
Das hätte nicht passieren dürfen.“ In dem Jugendclub im Stadtteil Gropiusstadt soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein.
Die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters im Februar 2026.
Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks erstattete Anzeige.
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