Julian Nida-Rümelin: »Mein Sohn sagt: ›Das ist ja die große Verarsche‹, und er hat recht«
Der Philosoph Julian Nida-Rümelin forscht zu Verantwortung und KI. Er wehrt sich dagegen, Maschinen zu vermenschlichen und sie als Chefs oder Kollegen anzusehen. Man sollte vielmehr seine eigene Urteilsfähigkeit trainieren.
DIE ZEIT: Sie vertreten einen digitalen Humanismus, eine philosophische Haltung, die sich der Vorstellung verwehrt, Maschinen als Menschen anzusehen. Warum?
Julian Nida-Rümelin: Wenn wir Meta AI fragen: »Hast du Gefühle?«, dann kommt zunächst die Antwort: »Nein, ich habe keine Gefühle.« Dann wird es aber konfus: Meta AI behauptet, Empathie (»Ich kann erkennen, wie es dir geht«), Stimmung (»Ich kann warm, humorvoll und ruhig sein«) und Interesse (»Ich finde es spannend…«) zu haben. Meta AI hat also keine Gefühle, ist aber manchmal ruhig, manchmal warm, manchmal neugierig? Mein dreizehnjähriger Sohn sagt dazu: »Das ist ja die große Verarsche«, und er hat recht.
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