"Kannst du nicht machen": Deutsche Basketballerinnen hadern nach Ballverlust-Orgie mit sich selbst
Er war zum Greifen nah. Beim Aufwärmen liefen die deutschen Basketballerinnen immer wieder direkt am WM-Pokal vorbei. Nach der 64:86-Niederlage im Halbfinale gegen Frankreich steht aber fest: Für den ganz großen Coup reicht es bei dieser Heim-WM noch nicht.
Historisch ist das Turnier aus deutscher Sicht aber jetzt schon. Noch nie hatte eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei einer Basketball-WM ein Halbfinale erreicht. Und es könnte noch größer werden. Gegen Spanien spielen die Deutschen heute um die erste WM-Medaille eines Frauenteams des DBB (16.30 Uhr/MagentaSport). Bronze würde diesen ohnehin schon starken Turnierverlauf noch einmal auf eine neue Stufe heben.
Die deutschen Fans machten von Beginn an deutlich, dass sie ihre Mannschaft auch im Halbfinale tragen wollten. Wie bei jedem deutschen Spiel war es die Fangruppe "Wilde 13“, die den Rhythmus in der Halle vorgab. Immer wieder stiegen große Teile der ausverkauften Uber Arena in die Gesänge mit ein. Bei deutschen Treffern wurde es schlagartig laut, bei strittigen Entscheidungen verwandelte sich der Jubel innerhalb weniger Sekunden in ein Pfeifkonzert. "Das gibt mir Gänsehaut, hier rauszulaufen, in die Mengen zu gucken", beschrieb DBB-Spielerin Emily Bessoir das Gefühl vor ausverkauftem Haus zu spielen.
Ganz allein gehörte die Kulisse den Deutschen allerdings nicht. Über die Ränge verteilt hatten sich zahlreiche französische Fangruppen versammelt. In den wenigen ruhigeren Momenten schallte immer wieder "Allez les Bleus" durch die Arena.
Wie groß die Bühne an diesem Abend war, zeigte auch ein Blick an den Spielfeldrand. Neben Basketball-Legende Dirk Nowitzki saßen die viermalige WNBA-Meisterin Sue Bird und der zweimalige NBA-Champion Pau Gasol. Auch Welt- und Europameister Dennis Schröder verfolgte das Halbfinale direkt am Court.
Auf dem Parkett gab es für die deutschen Fans lang genug Gründe, um laut zu bleiben. Vor allem defensiv bereitete Deutschland den Französinnen immer wieder Probleme. Das bekam auch die Französin Dominique Malonga zu spüren. Die 1,97 Meter große Center-Spielerin fand unter dem Korb kaum Lösungen und traf keinen ihrer fünf Würfe aus dem Feld.
So hielt Deutschland das Spiel in der gesamten ersten Hälfte offen. Zwischenzeitlich führte das DBB-Team sogar mit 23:22. Es sollte zwar die einzige deutsche Führung des Abends bleiben, aber zur Pause war beim 38:45 noch alles drin. "Wir hatten immer wieder Momente, wo wir wieder gezeigt haben, da können wir mithalten", sagte Bessoir.
Frankreich setzte sich direkt nach der Pause erstmals ab - mit einem 9:0-Lauf. Deutschland musste sich kurz schütteln, fand defensiv aber wieder den Zugriff und kämpfte sich noch einmal heran. Dass daraus keine echte Aufholjagd wurde, lag nicht nur an der Qualität des Gegners. Deutschland machte sich das Leben selbst viel zu schwer. Insgesamt verlor das DBB-Team 24 Mal den Ball, Frankreich nur siebenmal.
"Zu viele einfache Turnover, die dann auch direkt in zwei Punkte umgesprungen sind", konstatierte Luisa Geiselsöder. Das "kannst du gegen Frankreich halt nicht machen, das tut weh." Auch Bundestrainer Olaf Lange wurde deutlich: "Turnovers passieren ja immer.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.n-tv.de — der Inhalt gehört n-tv.