Profite fallen woanders an: Benzinpreisdeckel funktionieren, sind aber sinnlos
Preisdeckel nach dem Vorbild von Belgien und Luxemburg gehören zu den beliebtesten Forderungen im Kampf gegen steigende Spritpreise. Ein Blick in die Nachbarländer zeigt: Diese Art von Preisregulierung funktioniert, so wie sie es soll, und bringt den Verbrauchern nichts.
In einem sind sich alle Vertreter der schwarz-roten Koalition schon einig: Es muss etwas getan werden zur Entlastung der deutschen Autofahrer. "Die Bundesregierung wird handeln", sagte der Regierungssprecher am Morgen. Neben einem neuen Tankrabatt, einer zeitweisen Energie- oder Mehrwertsteuersenkung wird ein Preisdeckel für Benzin und Diesel mit am häufigsten als mögliche Maßnahme genannt. Vorteil aus Sicht der Befürworter: Der Deckel wäre anders als eine Steuersenkung, die dem Fiskus das letzte Mal Einnahmeverluste von rund 1,6 Milliarden Euro bescherte, für den Bundeshaushalt kostenlos. Die Preise - so die Idee - würden gesenkt oder zumindest gedämpft, indem die Margen der Mineralölkonzerne gedeckelt werden.
Die Annahme, dass auf diese Weise die Tankstellenpreise in Deutschland spürbar gesenkt werden könnten, beruht vor allem auf der Beobachtung, dass die Verkaufspreise für Benzin und Diesel in der Krise stärker angezogen sind als die Weltmarktpreise für Rohöl. Dieser Unterschied wird auch als Raffineriemarge bezeichnet.
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