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Politik

News des Tages: Klaus-Michael Kühne ist tot, Raphaël Glucksmann ,Trinkgeld per Karte

Der Spiegel Politik ·
News des Tages: Klaus-Michael Kühne ist tot, Raphaël Glucksmann ,Trinkgeld per Karte

Im berühmten Theaterstück »Jedermann«, das alle Jahre wieder bei den Salzburger Festspielen zu sehen ist, sagt der superreiche Titelheld: »Und was da steht auf diesem Platz, / das ist mein Geld, das ist mein Schatz / Durch den ich jederzeit mit Macht / Hab alles spielend vor mich bracht«. In der Nacht von Sonntag auf Montag ist der unter anderem als Salzburger-Festspiele-Sponsor aufgetretene Unternehmer Klaus-Michael Kühne gestorben, im Alter von 89 Jahren. Er hat aus der mittelständischen Spedition seines Vaters einen Weltkonzern geformt und wurde damit zu einem der reichsten Deutschen. Zuletzt betrug sein Vermögen geschätzt rund 38 Milliarden Euro ( hier mehr dazu ).

»Kühne, das Arbeitstier, unterschied nicht zwischen Mühe und Vergnügen«, schreibt mein Kollege Alexander Kühn in seinem Nachruf auf den Unternehmer. »Sein größtes Hobby war sein Imperium, zu dem neben dem Logistikdienstleister Kühne+Nagel auch Anteile an der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd und an der Lufthansa gehörten, das Luxushotel auf Mallorca sowie ein weiteres an der Hamburger Außenalster. Schwer zu sagen, wem er dabei mehr abverlangte: seinen Geschäftspartnern, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder sich selbst.«

Gemeinsam mit seinem Vater hatte Kühne 1975 den Sitz von Kühne+Nagel in die Schweiz verlegt. Damit entgingen sie nicht nur den deutschen Mitbestimmungsgesetzen, sondern auch dem deutschen Fiskus mit seinen höheren Steuern.

Immer wieder meldete sich Kühne, während er mal die Hamburger Elbphilharmonie mitfinanzierte und mal Millionen Euro in den Fußballverein HSV pumpte, von seinem Wohnsitz in Schindellegi im Kanton Schwyz aus öffentlich zu Wort. »Bisweilen tat er es in einem Ton«, so Alexander, »der einen glauben ließ, der mächtigste Mann der Hansestadt wäre Kühne, nicht etwa der Erste Bürgermeister.«

In Frankreich wird im April 2027 eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt. Der Amtsinhaber Emmanuel Macron kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Unter anderem plant Marine Le Pen, für den rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) anzutreten. Am Sonntagabend hat nun der sozialdemokratische EU-Abgeordnete Raphaël Glucksmann angekündigt, dass er für das Präsidentenamt kandidieren will .

Ob Glucksmann als gemeinsamer Kandidat des sozialdemokratischen Lagers ins Rennen geht, soll im Oktober entschieden werden. Der 46-Jährige verkündete seine Kandidatur am Sonntagabend im französischen Fernsehsender TF1. Sein Ziel sei es, »Frankreich wieder aufzurichten«, sagte Glucksmann. Mein Kollege René Pfister hat gerade über den »letzten Sommer des Sonnenkönigs« Macron geschrieben, der in seinen letzten Amtsmonaten zwischen Trotz und Nostalgie zu schwanken scheint – auch weil seine mögliche Nachfolgerin Le Pen alles zertrümmern könnte, was ihm lieb und teuer ist ( lesen Sie hier mehr ).

Heute hat Glucksmanns Partnerin Léa Salamé, eine prominente TV-Journalistin, gesagt, dass sie die Moderation der 20-Uhr-Nachrichten auf TF1 abgeben will ( hier mehr ). »Dazu hatte ich mich zuvor verpflichtet, und daran halte ich mich«, schrieb die gleichfalls 46-Jährige auf Instagram. Die Entscheidung sei »unumgänglich und schwierig« gewesen.

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