Vor Wahl in Sachsen-Anhalt - MDR unterbricht Programm für Warnung vor AfD
Magdeburg – Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat am Montagabend seine Nachrichtensendung mit einem schwarzen Bildschirm unterbrochen. Der Grund: eine drastische Warnung vor den Folgen einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Das könnte passieren“, war während der Sendung „MDR Sachsen-Anhalt heute“ auf schwarzem Hintergrund zu lesen und von einer Stimme im Off zu hören.
Hintergrund: Die AfD in Sachsen-Anhalt hat angekündigt, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner jetzigen Form abschaffen zu wollen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) will demnach als Ministerpräsident die Rundfunk-Verträge kündigen, auf denen ARD , ZDF und Co. basieren. Für die Sachsen-Anhalter würde das aber nicht bedeuten, dass sie keinen Rundfunkbeitrag mehr zahlen müssen. Dafür reichen die Befugnisse eines einzelnen Bundeslandes nicht aus.
Für die Kündigung gelten Fristen von zwei Jahren. Würde sie Ende 2028 wirksam, müsste zum 1. Januar 2029 die MDR-Fernsehsendung „Sachsen-Anhalt heute“ eingestellt werden. Auch das Radioprogramm des Senders in Sachsen-Anhalt und die Onlineberichterstattung müssten dann gestoppt werden.
Der MDR machte auf mehreren Kanälen auf die drohenden Folgen eines AfD-Sieges aufmerksam: neben der Sendungsunterbrechung auch mit geschwärzten Bildern auf seiner Webseite und den Social-Media-Profilen. MDR-Intendant Ralf Ludwig (58) begründete laut der Nachrichtenagentur AFP die Aktion damit, dass vielen Menschen in Sachsen-Anhalt die Folgen einer Kündigung des Staatsvertrages nicht bewusst seien.
Schon Ende 2025 wollte Siegmund den Medienstaatsvertrag kündigen. Er sagte damals im Landtag: „Wir möchten endlich dieser woken, antideutschen und manipulativen Beeinflussung den Stecker ziehen.“ Die AfD scheiterte jedoch mit ihrem Antrag. Siegmund liegt in Umfragen weit vor der CDU .
Der MDR ist eine Rundfunkanstalt für Thüringen , Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ohne Sachsen-Anhalt würde aus dem Sender eine Zwei-Länder-Anstalt – laut Ludwig dann aber nur mit „einem deutlich eingeschränkten Angebot, weil die Finanzierung aus Sachsen-Anhalt fehlt“.
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