Gruppe um Prinz Reuß: Nach zwei Jahren vor Gericht streiten sie nicht mehr alles ab
Seit mehr als zwei Jahren sitzen der frühere KSK-Soldat und Survivaltrainer Peter Wörner und 25 weitere Menschen nun schon vor den Oberlandesgerichten Frankfurt, München und Stuttgart. Die Bundesanwaltschaft wirft der Gruppe um Prinz Reuß vor, in einer terroristischen Vereinigung aktiv gewesen zu sein und einen Umsturz in Deutschland geplant zu haben. Der Plan der Gruppe soll unter anderem einen Sturm auf den Bundestag vorgesehen haben.
Nicht alle Angeklagten haben sich bisher zu diesen Vorwürfen geäußert, aber diejenigen, die es getan haben, sagen im Wesentlichen das Gleiche: Sie hätten zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt, selbst Gewalt auszuüben. Eigene Pläne für einen Staatsstreich habe es nie gegeben, auch keine „Ratssitzungen“. Man habe auf eine „Allianz“, eine Art militärischen Geheimbund, vertraut, die eingreifen und einen Umsturz herbeiführen werde.
Doch zuletzt bekamen die Verteidigungsstrategien einiger Angeklagter Risse, weil andere dem Anschein nach auspacken wollen. In den vergangenen Monaten haben sich Peter Wörner und Thomas T. erstmals konkret zu den Vorwürfen geäußert – und sich selbst sowie andere belastet . In dieser Woche wird Wörner seine Einlassung im sogenannten Reichsbürgerprozess fortsetzen. Nach derzeitiger Planung des Frankfurter Oberlandesgerichts könnte er sie am Mittwoch abschließen.
Die Aussagen der beiden bringen Bewegung in die Prozesse, die nun schon seit fast drei Jahren laufen und nur langsam vorankommen. So sind in Frankfurt von rund 270 Zeugen gerade einmal 22 vor Gericht vernommen worden. Ähnlich sieht es auch in München und Stuttgart aus. Stattdessen wurden oftmals tagelang von den Ermittlern aufgenommene Telefonate angehört und Chatnachrichten sowie E-Mails der Angeklagten vorgelesen. Außerdem äußerten sich mehrere Beschuldigte, meist ausschweifend, aber inhaltlich wenig aufschlussreich.
Zwar sagt auch Wörner, dass die Gruppe nicht ohne ein Zeichen der ominösen Allianz gehandelt habe. Er gesteht aber, für eine „militärische Aktion“ auf den Bundestag das Gebäude ausgespäht zu haben. Die Strafverfolger werfen der ehemaligen AfD-Bundestagsabgeordneten und Richterin Birgit Malsack-Winkemann vor, drei Mitangeklagte durch den Bundestag geführt zu haben, um diesen auszukundschaften.
Malsack-Winkemann bestritt dies vehement. Sie sagte vor Gericht in Frankfurt, es sei eine touristische Führung gewesen, ohne Hintergedanken. Doch Wörner zufolge wusste Malsack-Winkemann ganz genau, dass er Informationen sammeln wollte, um für einen Sturm auf den Reichstag vorbereitet zu sein. Und auch beim Thema Waffen stützt Wörner eine Annahme der Anklage: Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Gruppe einen hohen Geldbetrag an ein Schweizer Zwillingsbrüderpaar übergab. Zum einen sollten damit Waffen erworben werden, zum anderen sei das Geld für den Kampf gegen unterirdische Tunnel gedacht gewesen, in denen vermeintlich Kinder gefangen gehalten und missbraucht werden – eine Verschwörungstheorie, von der alle Angeklagte immer wieder berichteten.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört Frankfurter Allgemeine Zeitung.