Vorsicht bei Auslandstieren - Hund mit falschen Impfunterlagen stirbt an Tollwut
Ein junger Hund reist mit scheinbar vollständigen Papieren aus Russland nach Deutschland: Mikrochip, Tollwutimpfung und Antikörpertest sind dokumentiert. Dennoch erkrankt das Tier an Tollwut und stirbt. Erst Monate später zeigt sich, dass die Impfstoffaufkleber im Heimtierausweis gefälscht waren.
Der Transport des Hundes war ordnungsgemäß angemeldet, schreibt PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer). Die Dokumente enthielten eine Tollwutimpfung, einen Antikörpertest und die vorgeschriebene Wartezeit. Ende Januar 2026 zeigte das Tier nach einer Operation neurologische Auffälligkeiten, kam in Quarantäne und starb kurz darauf an Tollwut. Später stellte sich zudem heraus, dass der Hund jünger war als angegeben. Ein forensisches Speziallabor von MSD Tiergesundheit konnte schließlich nachweisen, dass die Impfstoffaufkleber gefälscht waren.
„Nein“, antwortet Tierärztin Dr. Petra Sindern auf die Frage, ob Verbraucher professionelle Fälschungen erkennen können. Auch normale Tierarztpraxen könnten Echtheit und Chargennummern nicht zuverlässig überprüfen. Der Fall zeigt, dass selbst korrekt wirkende Ausweise, Stempel und Testergebnisse keine Garantie dafür sind, dass ein Hund tatsächlich wirksam geimpft wurde.
Hunde aus dem Ausland sind gefragt. Eine Untersuchung der Justus-Liebig-Universität Gießen ging bereits 2020 von mehr als 100.000 Hunden aus, die jährlich über Tierschutzorganisationen nach Deutschland gebracht werden. Sindern warnt jedoch davor, jede Vermittlung automatisch als Rettungsaktion zu betrachten. Wo große Nachfrage herrscht, entstehe auch Raum für unseriöse Anbieter und Hundevermehrer.
Professionelle Fälschungen lassen sich zwar kaum entlarven, dennoch sollten Käufer den Mikrochip auslesen und die Nummer mit den Papieren vergleichen. Alter, Impf- und Einreisedaten müssen plausibel sein. Vorsicht ist geboten, wenn Anbieter Kontrollen verweigern oder Tiere anonym, etwa auf Parkplätzen, übergeben.
Der Fall zeigt: Selbst vollständige Papiere können gefälscht sein. Deshalb sollten Hundeimporte die Ausnahme bleiben. Echter Tierschutz beginnt im Herkunftsland – mit Kastrationen, Impfungen und Versorgung vor Ort.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.