KI kann viel, aber kein Dach decken - Diese Handwerks-Jobs haben eine große Zukunft
ChatGPT schreibt Texte. KI beantwortet Kundenanfragen. Manche Programme erstellen sogar komplette Angebote. Kein Wunder, dass sich viele Menschen fragen: Macht mich die KI irgendwann im Job überflüssig? Auch viele Eltern blicken heute mit anderen Augen auf die Berufswahl ihrer Kinder. Welcher Beruf hat in zehn oder zwanzig Jahren noch Zukunft? Wo droht die KI zur Konkurrenz zu werden und wo nicht?
BILD hat darüber mit dem KI-Experten Christoph Krause gesprochen. Er beschäftigt sich seit Jahren damit, wie künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert und wie Handwerksbetriebe die Technik bereits nutzen.
„Nein. Aber sie verändert den Beruf“, sagt Krause. „Es trifft Aufgaben, nicht ganze Berufe. Der Steuerberater verschwindet nicht. Das Belege-Sortieren schon.“ Tatsächlich zeigen Untersuchungen, dass KI bislang vor allem in Büro- und Wissensberufen eingesetzt wird. Besonders häufig kommt sie bei Softwareentwicklung, Schreibarbeit und Informationsverarbeitung zum Einsatz. Im Handwerk sieht die Entwicklung bislang deutlich anders aus. „Kein Dachdecker fürchtet, dass ihm ein Computer das Geschäft wegnimmt. Er will nur weniger Papierkram“, sagt Krause.
Besonders stark betroffen sind Tätigkeiten mit vielen wiederkehrenden Abläufen: Büroarbeit, Datenerfassung, Sachbearbeitung oder standardisierte Texte. Anders sieht es in Berufen aus, in denen Menschen vor Ort Probleme lösen, Verantwortung übernehmen oder mit ihren Händen arbeiten müssen.
Das könnte ein Grund sein, warum das Handwerk derzeit wieder mehr junge Menschen anzieht. Im ersten Halbjahr 2026 wurden knapp 67.800 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Es wäre bereits das vierte Jahr in Folge mit steigenden Zahlen.
Warum? „Die Wärmewende findet im Keller statt, nicht im Ministerium“, sagt Krause. Millionen Heizungen müssten in den kommenden Jahren ausgetauscht werden. Für Solaranlagen, Wärmepumpen, Wallboxen und moderne Gebäudetechnik fehlen laut Krause schon heute Fachkräfte.
Von KI unberührt bleibt das Handwerk trotzdem nicht. Früher schrieb ein Handwerkschef sein Angebot oft erst spät am Abend. Heute spricht er direkt nach dem Kundentermin zwei Minuten ins Smartphone. Wenig später liegt der Entwurf im Büro. „Der Gewinn ist nicht die gesparte Stunde. Der Gewinn ist der Auftrag“, sagt Krause. Oft bekommt der Betrieb den Zuschlag, der als Erster ein Angebot abliefert.
Auch auf der Baustelle hilft KI bereits. Der Experte nennt Beispiele: Die Meisterin spricht eine Aufgabe auf Deutsch ins Handy ein. Wenig später erhält ein Mitarbeiter die Anweisung automatisch auf Ukrainisch oder Rumänisch. Fotos und Sprachnotizen werden zu fertigen Baustellenberichten. Technische Merkblätter oder Verarbeitungsrichtlinien erscheinen innerhalb von Sekunden auf dem Bildschirm.
Doch irgendwann ist Schluss mit KI, sagt der Experte: „Bei den letzten zwanzig Zentimetern. Da, wo die Hand auf das Werkstück trifft.“ Der Altbau ist schief. Die Leitung liegt anders als im Plan. Der Estrich ist feucht, obwohl er trocken sein sollte. Genau dort brauche es Erfahrung, sagt Krause.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.