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In Thüringen brennt seit 13 Wochen die Erde - Nicht löschbar!

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In Thüringen brennt seit 13 Wochen die Erde - Nicht löschbar!

Meuselwitz (Thüringen) – Seit 13 Wochen glimmt es bei Meuselwitz im Länderdreieck von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt unter der Erde. Im ehemaligen Tagebau Rusendorf lodert auf einer Fläche von rund acht Hektar – etwa elf Fußballfeldern – ein unterirdischer Kohlebrand. Was am 27. Juni als „normaler“ Waldbrand begann, ist längst zu einem der ungewöhnlichsten Feuer Deutschlands geworden.

Ein Ende ist nicht in Sicht! Viel schlimmer: Die Eindämmung könnte laut Experten noch bis zu vier Jahre dauern.

„Die Ermittlung der Brandursache dauert noch an“, so ein Sprecher vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu BILD. Als wahrscheinlichste Ursache gilt derzeit eine durch die Sommerhitze durchhängende Hochspannungsleitung, die einen Baum in Brand setzte. Von dort soll sich das Feuer auf Tagebaugelände und Kohletrübebecken ausgebreitet haben.

In dem Becken in Thüringen wurden Kohlerückstände, die bei der jahrzehntelangen Förderung für die Brikettproduktion anfielen, eingespült. Sie lagern dort noch heute in bis zu fünf Meter mächtigen Schichten im Boden. Als Ende Juni die Vegetation Feuer fing, entzündeten sich auch diese Ablagerungen. Aus dem Waldbrand entwickelte sich ein Brand unter der Erde. Inzwischen schwelt dieser seit drei Monaten bis zu 50 Zentimeter tief im Boden.

Wie lange sich solche Brände halten können, zeigt das Beispiel Centralia im US-Bundesstaat Pennsylvania: Dort schwelt seit 1962 ein unterirdischer Kohlebrand. Die Rauchgase und Bodensenkungen machten die einstige Bergbaustadt nahezu unbewohnbar. Die meisten Einwohner zogen weg.

In Thüringen kämpften rund 800 Einsatzkräfte Ende Juni gegen die Flammen und konnten den Waldbrand zügig löschen. Danach übernahm die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die Bekämpfung des unterirdischen Schwelbrandes. Sie ist als Treuhandnachfolgerin für die Altlasten des DDR-Braunkohlebergbaus zuständig.

Wie schwierig das Unterfangen ist, zeigte sich bereits Mitte Juli: Ein Löschhubschrauber brachte an zwei Tagen 280.000 Liter Wasser auf die Brandfläche – doch die in den Kohleablagerungen sitzenden Glutnester schwelten einfach weiter. Kathleen Schäfer (47), Sprecherin des LMBV: „Das hat nicht den erwarteten Effekt gebracht.“

Wochenlang klagten Anwohner der umliegenden Orte über Husten und Kopfschmerzen, die durch die starke Rauch- und Geruchsbelästigung ausgelöst wurden. Die größte Sorge der Menschen vor Ort: Befinden sich neben den Kohlerückständen schädliche Altlasten im Boden? Das Landesamt zu BILD: „Bisher haben sich keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein von Altlasten ergeben.“

Seit 10. September untersucht das ANECO-Institut für Umweltschutz die Luftqualität rund um das Brandgebiet. Erste Ergebnisse werden im Oktober erwartet. LMBV-Sprecherin Schäfer (47): „Die Brandeindämmung ist gut vorangeschritten. Die Rauchentwicklung konnten wir stark minimieren.“

Damit sich der Brand nicht unterirdisch fortfrisst, werden laut LMBV täglich rund 2000 Kubikmeter Wasser auf die Brandfläche gesprenkelt: so viel wie rund 13.500 volle Badewannen. Drohnen überfliegen die Fläche täglich.

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