Erste Lesung: Landtag berät über Wohnraum für Azubis
Ein Auszubildendenwerk soll bezahlbaren Wohnraum und Beratung in Schleswig-Holstein bieten – doch Kammern und Opposition äußern Zweifel am geplanten Gesetz.
Schleswig-Holstein will ein staatliches Auszubildendenwerk einrichten, dass wie ein Studentenwerk etwa Wohnheime betreibt und Beratung anbietet.
Die regierenden Fraktionen von CDU und Grünen brachten einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den Landtag in Kiel ein. „Die berufliche und akademische Bildung sind gleichwertige Bildungswege, die unter verschiedenen Rahmenbedingungen stattfinden“, sagte Bildungsministerin Dorit Stenke ( CDU ) bei der Beratung im Parlament.
Es brauche für Auszubildende und Studierende vergleichbare Unterstützungsleistungen.
Studierende erhielten durch Angebote des Studentenwerkes eine relativ umfassende Unterstützung bei der Bereitstellung von Wohnraumplätzen, aber auch durch ein Beratungs- und Betreuungsangebot. „Für Auszubildende besteht diese vergleichbare Unterstützungsstruktur in Bezug auf Wohnraum in den Regionen bisher nicht“, sagte Stenke.
Gerade an bezahlbarem Wohnraum für Azubis fehle es im Land.
Die Ministerin betonte: „Eine Berufsausbildung verdient denselben Rückhalt wie ein Studium.“ Innenministerium will Bedarf ermitteln „Wo genau überall im Land Bedarf für Azubiwohnheime besteht, das ermittelt das Innenministerium bereits in diesem Jahr mit einer regionalen Bedarfsanalyse“, sagte CDU-Fraktionschef Tobias Koch.
Dafür sei bereits Geld im Haushalt bereitgestellt worden.
Wohnheime für Auszubildende würden dann erst auf Grundlage dieser Analyse gebaut.
Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Lasse Petersdotter vermutet, dass diese Analyse Überraschungen mit sich bringen wird. „Denn natürlich gibt es offensichtliche Wohnprobleme in Kiel, in Lübeck und woanders“, sagte der 36-Jährige.
Ebenso könnte aber auch Ostholstein für Auszubildende eine große Herausforderung darstellen - aufgrund von starkem Tourismus und wenigen Arbeitsplätzen.
Was geplant ist Bis zu sieben Millionen Euro Landesmittel jährlich will Schwarz-Grün für das Projekt in den kommenden Jahren bereitstellen.
Als nächstes soll im Rahmen einer Anhörung offen über die konkrete Ausgestaltung des Azubiwerks beraten werden.
Der endgültige Beschluss soll noch vor der Landtagswahl am 18.
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