Malaria-Fälle im Umfeld des Frankfurter Flughafens festgestellt
Infektionen im Umfeld des Flughafens Frankfurt rät nach Malaria-Fällen zu Mückenschutz Stand: 17.09.2026 • 07:42 Uhr
Im Umfeld des Frankfurter Flughafens sind zwei Menschen an Malaria erkrankt. Sie wurden offenbar von eingeschleppten Mücken gestochen. Laut Experten ist das Risiko für weitere Infektionen jedoch gering.
Die Stadt Frankfurt rät Bürgerinnen und Bürgern sich mit Anti-Mücken-Spray (Repellentien), Fliegengitter und bedeckender Kleidung zu schützen. Im Umfeld des Frankfurter Flughafens sind zwei Menschen an Malaria erkrankt , wie das Frankfurter Gesundheitsamt Anfang der Woche mitteilte. Beide leben im Frankfurter Stadtteil Schwanheim und arbeiten nicht am Flughafen. Auch waren sie zuletzt nicht in einem Malaria-Risikogebiet.
Das Gesundheitsamt vermutet deshalb, dass die Krankheit durch eine eingeschleppte Anopheles-Mücke übertragen wurde. Bereits im Juli waren sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben .
Ein Labor informierte das Frankfurter Gesundheitsamt über die positiven Malaria-Nachweise. Dazu sind Labore gesetzlich verpflichtet. Warum die beiden Betroffenen auf Malaria getestet wurden und welche Symptome sie hatten, teilte das Gesundheitsamt nicht mit. Momentan sind sie demnach in stationärer Behandlung. Weitere Details zu ihnen und ihrem Zustand wurden nicht mitgeteilt. Die näheren Umstände werden noch untersucht – auch, ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen sechs Malaria-Fällen gibt.
Malaria wird durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken übertragen. Die Mücken kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Die schwerste Form, Malaria tropica, kann lebensgefährlich sein. Von Flughafen-Malaria spricht man, wenn eine infizierte Mücke aus einem Malaria-Risikogebiet beispielsweise mit einem Flugzeug oder in Fracht nach Deutschland gelangt und hier einen Menschen sticht. Solche Fälle sind sehr selten. Laut einer Studie sind von 1969 bis Anfang 2024 in Datenbanken 105 Fälle von Flughafen-Malaria in ganz Europa bekannt.Zudem gab es 32 Fälle von sogenannter Gepäck-Malaria. Hier war eine infizierte Mücke im Gepäck transportiert worden und der Infektionsort lag weit entfernt von einem Flughafen. Der letzte Fall am Frankfurter Flughafen vor der aktuellen Häufung wurde 2023 dokumentiert. Malaria ist behandelbar, entscheidend ist, dass die Erkrankung früh erkannt wird.
Nach Einschätzung des Frankfurter Gesundheitsamts ist es sehr gering. Neben den beiden bekannten Fällen gebe es derzeit keine weiteren Verdachtsfälle. Dass die Mücken sich um einen Flughafen in einem Radius von mehreren Kilometern bewegten, geschehe ganz selten, sagt Amtsleiter Tinnemann. "Sie müssen sich vorstellen, wie es Ihnen geht nach einer langen Reise aus einem tropischen Land, dann sind sie erschöpft." Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
"Wir raten zu Mückenschutz durch Repellentien und bedeckende Kleidung", teilt das Gesundheitsamt mit. Repellentien sind Substanzen, die Mücken durch Duftstoffe fernhalten, es gibt sie etwa in Form von Sprays.
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