Besserer Fußball - früher Klassenerhalt? - Neuer Trainer überzeugte mit Hoeneß-Philosophie
Nürnberg - Auf ein Neues zum Klassenerhalt heißt es für den 1. FC Nürnberg in der Frauen-Bundesliga . Zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren tritt der Club erstklassig an.
Dabei glich die vorige Saison nach dem Wiederaufstieg einer Berg- und Talfahrt. Bereits zur Winterpause schien der Klassenerhalt so gut wie eingetütet, mit satten acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze ging es in die Winterpause. Im weiteren Verlauf der Rückrunde holten die FCN-Frauen aber nur noch vier Punkte, das große Zittern setzte ein. Erst am vorletzten Spieltag war der Klassenerhalt nach einem 3:0 gegen Essen perfekt.
Der soll jetzt wieder gelingen – aber möglichst früher. Allerdings wird das nicht leichter als in der vergangenen Spielzeit. Denn vor der neuen Saison gab es einen größeren Umbruch. Angefangen auf der Trainerposition. Dort hat der Kanadier Omar Adlani (34) Thomas Ostendorp (33) beerbt. Mit ihm will der Club fußballerisch besser werden. Denn den Gegnern ausschließlich mit aggressivem Pressing und schnellem Umschaltspiel beizukommen, könnte im zweiten Jahr Bundesliga in Folge nicht reichen.
Auf Adlani waren die Verantwortlichen des FCN übrigens anhand von Datenauswertungen gekommen. Dabei hatte den Entscheidungsträgern imponiert, dass der Mann mit algerischen Wurzeln eine ähnliche Spielphilosophie pflegt, wie man sie auch von Sebastian Hoeneß (44) beim VfB Stuttgart in der Männer-Bundesliga kennt.
Auch bei den Spielerinnen hat sich einiges getan. Fünf Abgängen stehen sechs Zugänge gegenüber, wobei vor allem der Abschied von Luisa Guttenberger (27/zu RC Straßburg) schmerzt. Die Kapitänin hinterlässt nicht nur sportlich eine Lücke. Die versucht man mit der Verpflichtung von Charline Coutel (20) zu schließen. Die Französin ist so etwas wie der Königstransfer der Nürnbergerinnen.
Ansonsten vertrauen sie wie schon in der vergangenen Saison vor allem auf die Torjägerqualitäten von Nastassja Lein (25). Die pfeilschnelle Angreiferin ist so etwas wie das weibliche Pendant zu Zweitliga-Torjäger Mohamed Ali Zoma (22) bei den Männern. Elf Tore hat sie in der vorigen Saison erzielt und ähnlich soll es weitergehen.
Mindestens zwei Teams müssen die FCN-Frauen bis Saisonende hinter sich lassen. Aber nur Aufsteiger Mainz 05 ist wirtschaftlich schlechter aufgestellt als der Club. Gleich das Auftaktprogramm mit den Gegnern Wolfsburg (2:8 in Unterzahl nach 2:0-Führung), Frankfurt und dem zweiten Aufsteiger VfB Stuttgart hat es in sich und ist eine erste Standortbestimmung. Für den Klassenerhalt wird Nürnberg definitiv wieder einen langen Atem brauchen.
Dieser Artikel ist Teil der am 28. August erschienenen Bundesliga-Beilage von BILD Süd.
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