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Fahrbericht: Dodge Charger - Der böse Onkel aus Amerika kommt zu uns

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Fahrbericht: Dodge Charger - Der böse Onkel aus Amerika kommt zu uns

Er sieht aus wie eine Provokation und klingt auch so: breit, bullig, brüllend laut. Mit 5,25 Metern Länge und einer Motorhaube, die gefühlt die Hälfte davon einnimmt, ist der Dodge Charger die Blech gewordene Antithese zur automobilen Vernunft.

Seit 60 Jahren gehört er neben Ford Mustang und Chevrolet Camaro zu den amerikanischen Muscle-Car-Ikonen. Jetzt kommt die achte Generation auch nach Europa. Zwar nicht über das normale Stellantis-Händlernetz, sondern über den offiziellen Importeur KWA. Doch für rund 66.000 Euro bekommt man das vielleicht leidenschaftlichste Auto, das der Konzern aktuell zu bieten hat.

Den legendären V8 gibt es allerdings nicht mehr. Unter der langen Haube steckt jetzt ein Dreiliter-Sechszylinder mit zwei Turbos. Im Topmodell Scat Pack leistet er 550 PS und 720 Nm.

Understatement geht trotzdem anders. Der Charger brüllt, als müsse er sich für das Downsizing entschuldigen, und beschleunigt dank Allrad in knapp vier Sekunden auf Tempo 100. Rund 285 km/h Spitze sind ebenfalls eine Ansage.

Doch Präzision wie in einem BMW M3 oder Porsche 911 erwartet hier ohnehin niemand. Ein Muscle Car soll roh sein, brutal und seine Kraft mit dem Dampfhammer in die Magengrube prügeln.

Deshalb lässt sich die Vorderachse auf Knopfdruck abkoppeln. Und statt nur möglichst perfekt loszusprinten, bietet Dodge „Line Lock“: Vorderräder festbremsen, Gas geben, Hinterräder durchdrehen lassen – und Sekunden später steigen weiße Rauchwolken aus den Radkästen.

Hoffnungslos unvernünftig? Natürlich. Aber auch ziemlich unterhaltsam.

Ganz am Zeitgeist kommt selbst Dodge nicht vorbei. Deshalb gibt es den Charger als Daytona erstmals auch elektrisch. Das Scat Pack kommt dann auf 670 PS und 850 Nm, Tempo 100 ist nach 3,3 Sekunden erreicht. Der 100,5-kWh-Akku soll bis zu 500 Kilometer Reichweite ermöglichen. Geladen wird mit rund 200 kW.

Und weil auch Muscle-Car-Fahrer irgendwann Kinder bekommen, bietet Dodge den Charger nicht nur als Coupé, sondern zum gleichen Preis auch als Viertürer an.

So sorgt Dodge dafür, dass die Petrolheads von morgen nicht ausschließlich an der Playstation sozialisiert werden.

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