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Kritiker sind entsetzt - Will die EU unsere Daten an KI-Firmen verschenken?

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Kritiker sind entsetzt - Will die EU unsere Daten an KI-Firmen verschenken?

Ein Entwurf aus laufenden Verhandlungen der Europäischen Union sorgt für heftige Kritik bei Datenschützern. Die Organisation „noyb“ (kurz für „None of your Business"‚ übersetzt: „Geht dich nichts an“) warnt davor, dass Unternehmen künftig deutlich leichter auf persönliche Daten von EU-Bürgern zugreifen könnten. Die einzige Voraussetzung: Die Daten werden für Künstliche Intelligenz genutzt.

Hintergrund ist ein Entwurf für das „Digital Omnibus“-Paket der EU. Damit sollen digitale Regeln vereinfacht und Unternehmen entlastet werden. Datenschützer sehen jedoch ein großes Risiko. Nach den aktuellen Plänen könnte schon ein „berechtigtes Interesse“ der Unternehmen ausreichen, um Daten für KI-Systeme zu nutzen. Eine ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Nutzer wäre dann möglicherweise nicht mehr immer nötig.

Besonders kritisch sehen Datenschützer , dass nicht nur neue Daten betroffen sein könnten. Nach ihren Befürchtungen könnten auch ältere Inhalte aus Chats, sozialen Netzwerken oder anderen Online-Diensten für KI-Anwendungen genutzt werden. Das würde unter Umständen sogar Menschen treffen, die nie Kunden eines bestimmten KI-Anbieters waren. Entscheidend wäre lediglich, dass Daten irgendwo auf Plattformen gespeichert sind oder in die Datenbestände eines Unternehmens gelangen.

Die Datenschutzorganisation noyb kritisiert den Vorschlag heftig. Ihr Gründer Max Schrems warnt vor einer möglichen „digitalen Enteignung“ der Europäer. Seine Sorge: Die Interessen großer KI-Konzerne könnten wichtiger werden als der Schutz persönlicher Daten.

Kritiker sehen vor allem Vorteile für Tech-Riesen wie Google, Meta oder KI-Unternehmen wie OpenAI . Diese Firmen verfügen bereits über riesige Datenmengen und könnten von einer Lockerung der Regeln besonders profitieren. Für Verbraucher würde das bedeuten: Es könnte schwieriger werden, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten.

Der Vorschlag ist bislang nur ein Entwurf. Ob er überhaupt kommt und in welcher Form, ist noch völlig offen. Für EU-Bürger ändert sich aktuell daher nichts. Die Diskussion zeigt jedoch, wie umkämpft die Frage ist, welche Daten KI-Unternehmen künftig nutzen dürfen.

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