Herbstanfang 2026 - Was versteht man unter der Tag-und-Nacht-Gleiche?
Der Sommer verabschiedet sich, die Tage werden kürzer und die Nächte länger: Am 23. September beginnt auf der Nordhalbkugel auch astronomisch der Herbst. Grund dafür ist die sogenannte Tag-und-Nacht-Gleiche. Doch was passiert bei diesem besonderen Himmelsereignis genau – und warum werden die dunklen Stunden danach wieder länger?
Alle Infos zur Tag-und-Nacht-Gleiche erklärt der Experte und Direktor des Planetarium Hamburgs, Dr. Björn Voss.
„Am 23. September steht der nächste Jahreszeitenwechsel ins Haus. Um 2:05 Uhr erreicht die Sonne ihren Herbstpunkt und kreuzt die Äquatorebene der Erde südwärts“, erklärt Dr. Voss.
Damit beginnt auf der Nordhalbkugel astronomisch der Herbst . Auf der Südhalbkugel fällt der Zeitpunkt dagegen mit dem Frühlingsanfang zusammen.
Bei der Tag-und-Nacht-Gleiche steht die Sonne über dem Äquator. Dadurch sind Tag und Nacht rund um diesen Zeitpunkt nahezu gleich lang. Eine Besonderheit gibt es an den Polen: Dort steht die Sonne zu dieser Zeit direkt am Horizont. „An den Polen kommt es in diesen Tagen zu einem andauernden Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang“, erklärt der Astronom.
Mit dem astronomischen Herbstanfang nimmt die Tageslichtdauer auf der Nordhalbkugel wieder deutlich ab. Während sich die Menschen südlich des Äquators über den Beginn des Frühlings und zunehmend längere Tage freuen, wird es bei uns immer früher dunkel.
„Mit dem Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel wieder die Zeit, in der die Nächte länger werden als die Tage“, sagt Voss. Ganz ohne Hoffnung auf mehr Licht müssen wir allerdings nicht durch die dunkle Jahreszeit kommen: Nach der Wintersonnenwende am 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres, werden die Tage langsam wieder länger.
Verantwortlich für den Wechsel der Jahreszeiten ist die Neigung der Erdachse. Während die Erde innerhalb eines Jahres um die Sonne kreist, ist mal die Nordhalbkugel und mal die Südhalbkugel stärker zur Sonne geneigt.
Das beeinflusst, wie hoch die Sonne mittags am Himmel steht und wie viele Stunden sie über dem Horizont verbringt. Im Herbst sinkt die Mittagshöhe der Sonne auf der Nordhalbkugel, gleichzeitig verkürzt sich die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Die Folge: weniger Tageslicht und längere Nächte.
Der Jahreszeitenwechsel macht sich nicht nur bei den Temperaturen und der Tageslänge bemerkbar, sondern auch am Abendhimmel. „Auch am Sternenhimmel nimmt der Sommer langsam seinen Abschied“, erklärt Dr. Voss. Das bekannte Sommerdreieck aus den Sternen Wega, Deneb und Altair wandert im Laufe des Abends bereits immer weiter in Richtung Westen.
Dafür rückt mit dem Herbst ein anderes Sternbild stärker in den Blick: Pegasus. „Hoch im Osten können wir nun Pegasus entdecken, das siebtgrößte Sternbild des Himmels“, so Voss. An einer Ecke des geflügelten Pferdes ist die Sternenkette der Andromeda zu sehen.
Besonders auffällig ist das sogenannte Herbstviereck, auch Pegasusquadrat genannt. Es wird aus den vier Sternen Algenib, Scheat, Markab und Sirrah beziehungsweise Alpheratz gebildet.
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