Unternehmer Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren gestorben
Im Alter von 89 Jahren Unternehmer Klaus-Michael Kühne gestorben Stand: 24.08.2026 • 14:42 Uhr
Er galt als einer der einflussreichsten Geschäftsmänner und als einer der reichsten Deutschen: Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Der gebürtige Hamburger förderte auch Sport und Kultur.
Der Unternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das bestätigte der von seiner Familie gegründete Konzern Kühne+Nagel. Kühne starb demnach in der vergangenen Nacht im schweizerischen Schindellegi.
Wie das Manager Magazin unter Berufung auf das familiäre Umfeld des Verstorbenen berichtete, soll Kühne vor zehn Tagen von Mallorca in seinen Schweizer Wohnort zurückgekommen sein. Zu diesem Zeitpunkt sei es ihm gesundheitlich bereits schlechter gegangen, er sei ärztlich behandelt worden.
"Mit dem Tod von Klaus-Michael haben wir einen Visionär, einen großartigen Unternehmer und eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren. Unsere Gedanken sind bei seiner Witwe Christine Kühne", würdigte der Vorsitzende des Verwaltungsrats von Kühne+Nagel den Verstorbenen. Auch Firmenchef Stefan Paul sprach der Familie von Kühne im Namen des Unternehmens sein "tiefstes Mitgefühl" aus. Kühne habe "wie kein anderer für Logistik und den globalen Handel" gestanden.
Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot tagesschau24, 24.08.2026 • 11:00 Uhr Vom Familienunternehmen zum weltweit führenden Dienstleister Der im Juni 1937 in Hamburg geborene Kühne war 1958 in das von seinem Großvater mitbegründete Familienunternehmen Kühne+Nagel eingetreten und wurde 1966 Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 war er Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel International AG und von 1992 bis 2011 Vorsitzender des Verwaltungsrats. Anschließend bekleidete er das Amt des Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrats.
Kühne hatte das Familienunternehmen ab den 1960er-Jahren zu einem weltweit führenden Logistikdienstleister im Luft- und Seefrachtverkehr ausgebaut. In den 1970er-Jahren zog Kühne in die Schweiz und verlegte auch den Firmensitz das Nachbarland. Seine Entscheidung begründete Kühne unter anderem mit steuerlichen Vorteilen durch den neuen Unternehmenssitz, aber auch private Gründe spielten seiner Aussage nach eine Rolle. Schon sein Vater habe die Schweiz geliebt, ihn selbst hätten vor dem Umzug bereits mehrere Urlaube in das Land geführt.
Heute verfügt Kühne+Nagel eigenen Angaben nach über weltweit mehr als 1.300 Standorte mit etwa 88.000 Beschäftigten.
Zudem gründete Kühne in den 1990er-Jahren die Kühne Holding, mittels der er in eine Reihe namhafter Konzerne investierte. Die Holding hält nach eigenen Angaben unter anderem 20 Prozent an der Lufthansa und eine "wesentliche Minderheitsbeteiligung" am Fernbus- und Reiseunternehmen Flix.
Kritik gab es an Kühnes Umgang mit der NS-Vergangenheit von Kühne+Nagel. Das Familienunternehmen hatte im Zweiten Weltkrieg mit dem NS-Regime zusammengearbeitet und geraubte Güter aus jüdischem Besitz transportiert.
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